Brüssel: Citroën-Garage soll Kunstmuseum werden

Rudy Vervoort (PS), der Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt, und der französische Automobilhersteller Citroën (Groupe PSA) haben ein Abkommen zur Zukunft der architektonisch wertvollen Citroën-Garage am Ijzerplein im Norden von Brüssel getroffen. Die Brüsseler Region hat das Gebäude erworben, um daraus ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst zu machen.

Nach einer Meldung der regionalen Brüsseler Nachrichten-Plattform brusselnieuws.be haben sich die Region und die Groupe PSA am Mittwochnachmittag im Rahmen der Immobilien-Messe MIPIM im französischen Cannes auf den Ankauf des Gebäudes einigen und ein entsprechendes Abkommen getroffen. Die Region Brüssel-Hauptstadt kauft das Gebäude, doch über die Höhe des Kaufpreises schweigen sich die Region und die Groupe PSA aus.

In erster Linie soll der legendäre mehrstöckige Showroom der Citroën-Garage zum Museum für moderne und zeitgenössische Kunst werden, doch Ministerpräsident Vervoort sagte gegenüber brusselnieuws.be dass vielleicht auch ein Teil der angrenzenden Werkstatt- und Lagerhallen zu diesem Zweck genutzt werden könnte. Dies hänge allerdings von den Planungen zur Umstrukturierung, bzw. zur Modernisierung des gesamten Ijzerviertels ab, so der frankophone Sozialist.

Das Museumsprojekt ist ein Teil dieses Plans und es ist, angesichts der monumentalen Größe des Citroën-Komplexes, auch an ein umfassendes Immobilien- und Wohnungsbauprojekt gebunden. Strittig ist aber, welche Sammlungen dort gezeigt werden sollen.

Die belgische Staatssekretärin Elke Sleurs (N-VA), zuständig für Wissenschaftspolitik, ist der Ansicht, dass man die staatliche Sammlung moderner Kunst, die im Museumsviertel in der Regentschapsstraat in Lagerräumen zu verstauben droht, nicht so einfach an die Region Brüssel-Hauptstadt abgegeben werden können. Ministerpräsident Vervoort glaubt aber, dass es ausreichend private und andere Sammlungen gibt, die man dort zeigen könnte.

Projekt nicht unumstritten

Architekten, Kunstfachleute und Städtebauer können sich mit dem Museumsprojekt nicht unbedingt anfreunden. Für sie ist der (sonnen)lichtdurchflutete Showroom der bald ehemaligen Citroën-Garage als Kunstmuseum nicht wirklich geeignet. Kulturerbeverbände, wie die Gesellschaft Arau, sprachen sich nicht erst gestern für eine Erhaltung des Gebäudes in seiner heutigen Form aus, denn es ist architektonisch so wertvoll, dass man es eher unter Denkmalschutz stellen sollte.

Davon aber will die Mehrheit in der Brüsseler-Region nichts wissen. Andere Beteiligte sind der Ansicht, dass das Gebäude voller umweltverschmutzender Altlasten ist, z.B. die Werkstatt. Und wer die Sanierung der schadstoffgeschädigten Bereiche finanzieren soll, ist auch noch nicht geklärt.

Die Autos ziehen um

Inzwischen wird die Groupe PSA ans andere Ufer des Brüsseler Kanals umziehen, um sich auf dem Thurn & Taxix-Gelände niederzulassen. Der neue Standort von Citroën und seinen Partnermarken, wie Peugeot, entsteht auf dem Gebiet des Brüsseler Hafens und soll 2017 eröffnet werden.