Obdachloser stirbt nach Ablehnung von Obdachlosenheim

Ein Obdachloser in Namur starb in einem Krankenhaus an den Folgen einer Unterkühlung, weil ihm offenbar trotz Eiseskälte und obwohl der Mann schwere gesundheitliche Probleme hatte, von einem Obdachlosenheim der Zutritt verweigert worden war.

Die Stadtratbeigeordnete für soziale Zusammenarbeit von Namur, Stéphanie Scailquin, reagierte geschockt und bestätigte diese Information. Die genauen Umstände des Todes würden allerdings noch untersucht, heißt es. Es könne sein, dass der etwa 50-Jährige in der Nacht vom 6. auf den 7. März an Unterkühlung gestorben sei.

Er hatte seine Übernachtungsquote von 45 Nächten überschritten und war deshalb von dem Obdachlosenheim trotz freier Betten abgewiesen worden. Die Quote ist eine Besonderheit in Namur und war in der wallonischen Stadt eingeführt worden, damit, wie der Bürgermeister Maxime Prévot erklärte, das Obdachlosenheim nicht zu einem "permanenten Sozialhotel" würde. 

Die Stadt hatte die Maßnahme mitgetragen. Die Obdachlosen werden von Dezember bis einschließlich Februar ohne Unterbrechung im Obdachlosenheim aufgenommen. Für den Rest des Jahres haben sie Recht auf 45 Übernachtungen in der sozialen Einrichtung.

Die Stadtbeirätin will nun die Maßnahmen erneut mit dem Sozialamt und den zuständigen sozialen Einrichtungen besprechen. "Der Tod eines Menschen ist ein Skandal, den man nicht einfach hinnehmen darf...Wir werden Konsequenzen aus dieser Situation ziehen. Wir haben schon Sitzungen mit den Politiker und den Akteuren vor Ort anberaumt. Wir könnten die permanente Aufnahme auf den Monat März verlängern oder das Obdachlosenheim dazu anhalten, im Falle von noch freien Betten die Obdachlosen aufzunhemen", so Scailquin, die betonte, dass sie "zutiefst bewegt und schockiert" sei.