Sonderzellen für radikalisierte Häftlinge

In den Gefängnissen von Brügge und Ittre sollen Sonderabteilungen für radikalisierte Häftlinge eingeführt werden. Das steht in einem Aktionsplan von Justizminister Koen Geens.
BELGA/DESPLENTER

Die Idee, um gegen das Phänomen der Radikalisierung in den Gefängnissen vorzugehen, ist nicht neu. Bereits nach den Terroranschlägen in Brüssel und Paris haben Politiker davon gesprochen, doch nun liegt ein konkreter Aktionsplan vor.

Die Mehrzahl der radikalen Gefangenen bleibt so lange wie möglich in einer gewöhnlichen Abteilung, aber für die echten Risikofälle, also solche, die andere aufhetzen und sie zum Beispiel dazu animieren, in den Dschihad nach Syrien zu ziehen, werden zwei Sonderabteilungen, eine in Brügge und eine in Ittre, eingerichtet. 42 Plätze sollen in beiden Einrichtungen zusammen für besonders radikale Gefangene zur Verfügung gestellt werden. In Brügge sollen 16 Plätze eingerichtet werden, in Ittre 26.

In beiden Sonderabteilungen wird zusätzliches Personal versuchen, die Hassprediger von ihrem extremen Gedankengut abzubringen. Gelingt das, dürfen die Häftlinge zurück in eine gewöhnliche Zelle.

"Mehr als eine Person soll für jeden Häftling zur Verfügung stehen. Das Personal wird hierfür besonders ausgebildet. Das Personal wird mit Hilfe von psychosozial ausgebildetem Personal und Islamberatern versuchen, diese Leute zu deradikalisieren. Es ist die letzte Lösung. Wir hoffen, dass diese beiden Gefängnisabteilungen so wenig wie möglich Insassen haben werden", erklärte Geens im VRT-Radio am Samstag.

Der Plan des Justizministers soll 7 Millionen Euro kosten.