Medienminister pfeift öffentlich-rechtlichen Sender zurück

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte sich bei Sport und Entertainment zurückhalten, verlangt der Medienminister Sven Gatz (Open VLD) in der VRT-Polittalksendung "De zevende dag" in unserem öffentlich-rechtlichen Sender VRT am Sonntag. Der öffentlich-rechtliche Sender sei nämlich dabei, sich zu einem Sport- und Entertainmentsender zu entwickeln, so Gatz.

"Man hat im öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon immer zwei Kernaufträge gehabt, die Nachrichten und die Kultur im weiteren Sinne." Ihm gehe es um ein ausgeglichenes Programm. Weiterhin sollen Entertainment und Sport natürlich eine unterstützende Rolle spielen. Er sei auch ein Radsport und Fußballfan, aber des Guten werde langsam zu viel. Die VRT müsse eine Wahl treffen, heißt es noch. Es gäbe ja auch noch "kleinere Sportarten", über die man berichten könne.

"Man muss eben das delikate Gleichgewicht wahren mit Respekt vor den anderen Akteuren auf dem Markt", so Gatz.

Gatz will auch, dass das Akquirieren von Werbeeinkünften eingeschränkt wird. Die graue Zone müsse kleiner werden.

"Außerdem sollte man sich fragen, ob die VRT auf ihrer digitalen Plattform alles weiterhin kostenlos anbieten sollte. Ich denke nicht. Das ist unehrlicher Wettbewerb."

Informationen müssten allerdings auch weiterhin gratis angeboten werden, betont der Minister. Aber gehörten Meinungsstücke auch dazu? stellt sich Gatz noch die Frage.