Ausschuss für "modernen Islam" gegründet

Am Mittwoch hat die Französischsprachige Gemeinschaft einen Ausschuss eingerichtet, der Vorschläge zur "Entwicklung und Anerkennung eines modernen Islam" im französischsprachigen Teil Belgiens formulieren soll.

Der Ausschuss soll in erster Linie herausfinden, ob die Ausbildung von Imamen und Islamlehrern verbessert werden und ob der Islam wie andere anerkannte Religionen und Weltanschauungen Sendezeit im französischsprachigen öffentlich-rechtlichen Sender RTBF bekommen kann.

Dem französischsprachigen Bildungsminister und Minister für Medien, Jean-Claude Marcourt (PS) (kleines Foto) zufolge, sei es wichtig, "die Entwicklung eines modernen Islam, der sich in die demokratischen Werte der Toleranz, Freiheit, Gleichheit und freien Forschung reiht", in der französischsprachigen Gemeinschaft anzustreben. 

Marcourt betont, dass er schon vor den Anschlägen in Kopenhagen und Paris davon überzeugt gewesen sei, dass "ein europäischer, belgischer Islam" nötig sei "und kein importierter Islam".

"Ziel ist, dass die zweite und dritte Generation und die Bekehrten ihr Los selbst in die Hand nehmen."

Der moderne Islam müsse laut Marcourt in der öffentlichen Meinung Anerkennung bekommen und deshalb einen Platz in einem öffentlichen Forum haben. 

Nichts rechtfertige, dass der Islam, der die zweitgrößte Religion in diesem Land sei, noch immer keine Sendung durch Dritte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe, so der Minister noch.