Protest gegen Sparwut der Regierungen

Schätzungsweise 5.000 Mitglieder der 3 Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben in Brüssel gegen die Spar- und Rentenmaßnahmen der verschiedenen Regierungen in Belgien demonstriert.

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche überwiegen die Farben grün, rot und blau auf dem Muntplein in der Brüsseler Innenstadt. Dieses Mal sind es Beamte und Lehrer, die hier gegen die Sparpläne der Regierungen auf die Straße gehen, denn der Arbeitsdruck werde ihnen zufolge langsam unerträglich.

"Wenn jemand in Rente geht,  wird er nicht ersetzt. Derzeit werden auch Langzeit-Kranke nicht ersetzt. Das erhöht den Druck ungemein. Das führt aber auch dazu, dass die Menschen viel schneller wegen Burn-out ausfallen. Das ist also ein bisschen ein Teufelskreis", so ein Gewerkschaftsmitglied im VRT-Radio.

Die Sparmaßnahmen gefährdeten auch die Dienstleistungen, betonen die Demonstranten und sie sind mit den Rentenreformen ganz und gar nicht einverstanden. Die Regierungen begingen Vertragsbruch, sagen sie: "Ich weiß, dass ich jetzt schon länger arbeiten muss für weniger Rente und das ist für viele von uns nicht machbar. Man kann nicht so einfach die Spielregeln mitten im Spiel verändern."

In gut einem Monat wird die sozialistische Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst streiken. An der Frage, ob die christliche Gewerkschaft mitmachen sollte, scheiden sich die Geister: "Zusammen streiken, ja - je mehr wir sind, desto besser, denke ich, denn so kann es nicht weitergehen", sagen die einen. Die anderen sind wiederum der Meinung: "Ich warte lieber einen Dialog ab. Wenn man den Gesprächen keine Chance einräumt, dann ist Streiken gehen Unsinn."