"2014 war schlechtestes Jahr für den Handel"

Nach Ansicht des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Comeos war 2014 das schlechteste Jahr für den Handel in Belgien überhaupt. Comeos läutet die Alarmglocken und verlangt von der Politik Lösungen für die strukturellen Probleme, die dem Einzelhandel immer wieder begegnen.

Dominique Michel, CEO des belgischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Comeos, glaubt, dass der Handel in unserem Land derzeit auf den Felgen rollt. Letztes Jahr sei eine Rekordzahl an Konkursen und Umstrukturierungen in diesem Bereich festgestellt worden und der Verband stellte fest, dass der Umsatz 2014 zum ersten Mal seit 15 Jahren stagnierte.

„2014 waren nicht weniger als 3.581 Beschäftigte im Einzelhandel von Ankündigungen von Umstrukturierungen bis hin zu effektiven Entlassungen betroffen. Das ist ein absoluter Rekord und macht den Handel zum am stärksten betroffenen Sektor des Landes“, so der Comeos-CEO.

In einem Zeitraum von 10 Jahren habe die Rentabilität im Einzelhandel um 20 % abgenommen, so Dominique Michel. Zudem sinkt die Zahl der Geschäfte weiter: -2,39 % im Vergleich zu 2013 und -6 % innerhalb der letzten vier Jahre.

Der Einzelhandel habe mit strukturellen Problemen zu kämpfen, so Michel. Das sind die klassischen Themen: Mangel an Flexibilität, hohe Lohnkosten, die Steuergesetzgebung usw. Die Bundesregierung müsse hier eingreifen: „Es ist entscheidend, dass sie Maßnahmen mit negativen Auswirkungen auf den Konsum vermeidet.“

Verbraucher nicht zusätzlich belasten

Die Verbraucher würden schließlich für 40 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) in Belgien sorgen und würden somit die gesamte Wirtschaft entscheidend beeinflussen. Das bedeutet letztendlich, dass der Einzelhandels- und Dienstleistungssektor auf höhere Mehrwertsteuern eher lieber verzichten möchte...