Brüssels Taxi-Sektor möchte zur Ruhe kommen

Eine Delegation der Brüsseler Taxi-Unternehmen traf sich am Dienstag zu Gesprächen mit der Polizei in der Hauptstadt. Grund dafür war der aggressive Umgang von Taxi-Fahrern mit ihren Konkurrenten vom Uber-Fahrdienst. Inzwischen werden immer mehr Rufe laut, den Sektor in der belgischen Hauptstadt einer grundlegenden Reform zu unterziehen.

Am vergangenen Wochenende hatten Brüsseler Taxi-Fahrer einige Konkurrenten von Uber in die Falle gelockt und angegriffen (siehe nebenstehenden Beitrag).

Mittlerweile wurde bekannt, das dies keine Einzelfälle waren, sondern dass es bisher zu mindestens 20 Vorfällen kam, bei denen es regelrecht zu Krimi-Szenarien kam. Von Verfolgungsjagten ist die Rede und von Uber-Chauffeuren, die mit Eiern oder gar Steinen beworfen wurden. Die Polizei ermittelt und Uber rät seinen Fahrern, wachsam zu sein und keine Kunden in der Nähe von Taxi-Ständen aus- oder einsteigen zu lassen.

Inzwischen bat der Taxi-Sektor der Hauptstadt selbst um Gespräche mit der Polizei und am Dienstag kam es zu einem Treffen, dass die dabei zugegen gewesenen Vertreter der verschiedenen Unternehmen als „konstruktiv“ bezeichneten.

Nach Ansicht des Taxi-Verbandes FeBeT wollen die Ordnungshüter der Polizeizone Brüssel-Elsene das Problem intensiver angehen. So wird die Polizei dazu übergehen, bei Kontrollen zumindest die Identität der noch immer am Rande des Gesetzes operierenden Uber-Chauffeure festzustellen.

Minister unter Druck

Inzwischen fordern Mitglieder der Brüsseler Sektion der frankophonen Sozialisten PS (die Partei stellt in der Region Brüssel-Hauptstadt den Ministerpräsidenten und in der Stadt Brüssel den Bürgermeister), dass der Taxi-Plan von Brüssels regionalem Mobilitätsminister Pascal Smet (ebenfalls PS - Foto) dringend überdacht werden müsse.

Smet hatte vor, Mitfahrzentralen, wie der über eine App funktionierenden Initiative von Uber, in der belgischen Hauptstadt mehr Raum zu bieten. Der Taxi-Sektor und entsprechende Berater hatten das Vorhaben allerdings abgelehnt und entsprechende Verhandlungen zu einem Abkommen in dieser Hinsicht wurden abgebrochen.

In der PS, der Partei des Ministers, fordern einige Regionalabgeordnete, dass Smet unbedingt das Vertrauen des Taxi-Sektors zurückgewinnen müsse. Und unlauterer Konkurrenz dürfe auch im Sinne der Sozialgesetzgebung kein Raum geboten werden. Fortsetzung folgt…