Peeters will verdeckte Ermittlung bei Arbeitsvermittlern

Der belgische Arbeitsminister Kris Peeters will, dass Sozialinspektoren Fälle von Diskriminierung bei der Jobvermittlung mit Hilfe von so genannten "mystery calls" aufspüren können, also, dass sie verdeckt ermitteln dürfen.

Sie nehmen dann unter falschem Namen Kontakt zu Arbeitgebern auf. Das sei nicht das gleiche wie Anstiftung, betont Peeters.

"Wir geben den Inspektoren die Möglichkeit, sich nicht vorab ausweisen zu müssen. Derzeit ist es so, dass sich jeder Inspektor vorab erkennbar machen muss, damit er mit den Ermittlungen beginnen kann. Hier geben wir ihnen unter strengen Voraussetzungen die Möglichkeit, dass so ein Inspektor verdeckt ermitteln kann. Er kann mit einem "mystery call" möglicherweise einige Dinge feststellen."

Diskriminierung und Rassismus seien inakzeptabel, so Peeters noch. Ihm zufolge könne Rassismus übrigens nicht relativ sein. Damit kritisiert er auch die umstrittenen Aussagen von dem Vorsitzenden der flämischen Regionalisten, Bart De Wever.

Die flämische regionalistische Partei N-VA ist gegen die von Peeters vorgeschlagenen "mystery calls", um Diskriminierung bei den Jobvermittlungen aufzuspüren. Dies könne zu einer Hexenjagd führen, so die  Parlamentsabgeordnete Zuhal Demir. Dies sei ein völlig verkehrtes Signal, das dem Arbeitgeber damit vermittelt werde. Das helfe weder der Arbeitsbeschaffung, noch den Ausländern, so Demir.

Die Diskussion um Diskriminierung bei Arbeitsvermittlern ist nicht neu. So hat unter anderem der Fall der Zeitarbeits- und Vermittlungsagentur Adecco in Belgien die Diskussion ins Rollen gebracht. Adecco war 2011 von einem Brüsseler Gericht der Diskriminierung für schuldig befunden worden. Das Gericht in Brüssel hatte es als erwiesen angesehen, dass der Arbeitsvermittler mit Hilfe eines Codesystems seinen Mitarbeitern zu verstehen gab, welche Unternehmen ausländische Arbeitskräfte einstellen würden und welche nicht.

Die Diskussion flammte vor kurzem erneut auf, als eine Umfrage des Forums für Minderheiten herausfand, dass zwei Drittel der flämischen anerkannten Dienstleistungsscheck-Unternehmen, die Haushaltshilfen vermitteln, die diskriminierende Bitte von Kunden akzeptierten, "keine ausländische Kraft" in ihren Haushalt zu entsenden.