In Brüssel werden wieder die Streikfahnen hochgehalten

In Brüssel ist an diesem Montagmorgen nur rund die Hälfte der Straßenbahnen und Busse ausgefahren. Ein Teil der Fahrer streikt aus Protest gegen die Sparmaßnahmen der belgischen Regierung. Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB hat eine Infozentrale eingerichtet, um Fahrgäste über den Streik auf dem Laufenden zu halten.

In der Zentrale gehen viele Fragen vor allem über das soziale Netzwerk Twitter, ein. "Wir sind erschrocken über die Zahl der Berichte, die bei uns eingehen. Die Menschen wussten vorab nicht, was die Auswirkungen sein würden und wir wussten das auch nicht. Jetzt wollen sie wissen, ob und wann die Straßenbahnen und Busse an diesem Morgen fahren", hieß es im Infozentrum.

Die öffentlichen Verkehrsmittel in Brüssel sind durch den Streik allesamt betroffen. Nicht nur ein Teil der Straßenbahn- und Busfahrer der MIVB streikt, sondern auch die U-Bahnfahrer. Ann Van Hamme von der MIVB betonte am frühen Montagmorgen: "Alle U-Bahnlinien sind zwar zur Zeit in Betrieb, aber es sind nur die Hälfte der U-Bahnen ausgefahren und man muss mit langen Wartezeiten rechnen. Bei den Straßenbahnen ist das ähnlich: Hier wird die Hälfte der Linien bedient. Auch hier muss man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Wir haben uns auf die wichtigsten Linien konzentriert."

Bei den Bussen seien ungefähr 20 von den 50 Linien ausgefahren. Auch hier müsse man mit längeren Wartezeiten rechnen.

In der Brüsseler Innenstadt demonstrieren unterdessen auch mehrere tausend Gewerkschaftsmitglieder gegen die Sparpläne der Regierung. Es handelt sich um ein Protesttag für Brüssel und Flämisch-Brabant. Die Demonstranten gehen gegen die neuen Rentenregelungen der Regierung auf die Straße und sie fordern, dass die Löhne indexiert werden. Die Regierung Michel hatte beschlossen, die Anpassung der Löhne an die Lebenshaltungskosten einmalig auszusetzen.

William Vanherdegem von der christlichen Gewerkschaft ACV betonte im VRT-Radio am Montag: "Wir sind hier mit mehreren hundert Militanten, um unseren Unmut über die Index-Veränderung auszudrücken."

Und er fügte hinzu: "Solange die Regierung ihre Politik nicht ändert, streiken wir weiter und demonstrieren, bis die Regierung uns erhört."