Thalys Ostende - Paris: Die Letzte

Am heutigen Dienstag sind die letzten direkten Thalys-Züge von Ostende und Lüttich aus nach Paris gefahren. Mit diesen Verbindungen hat Thalys hohe Verluste gemacht, weil auf den Strecken kaum Fahrgäste den Zug nutzten. Jetzt werden sie eingestellt und die Chance, dass sie je wieder in Betrieb genommen werden, ist sehr gering.

Die Züge waren eine typische Folge der belgischen so genannten "Waffeleisen-Politik", die besagt, dass jede Wohltat für Flandern mit einer Wohltat für Wallonien einhergehen muss und umgekehrt.

Da Wallonien einmal pro Tag einen direkten Thalyszug von Lüttich nach Paris über Namur, Charleroi und Mons bekam, musste man für Flandern einen "Ausgleich" schaffen. Seit Ende 1997 wurde deshalb eine Verbindung pro Tag von Brüssel-Süd nach Ostende bedient. In Ostende stiegen morgens jedoch nur eine handvoll Fahrgäste ein, in Gent waren es run 40.

Der wallonische Thalys zählte etwas mehr Fahrgäste und hatte eine Auslastung von 60 Prozent. Diese Strecke kostete jedoch sehr viel Geld, da sie einen separaten Fahrweg bekam.

Da die belgische Bahn NMBS und der Schienennetzbetreiber Infrabel sparen müssen, wollten sich sowohl die NMBS als auch die Verkehrsministerin so schnell wie möglich von den Zügen trennen. Damit können sie Einsparungen ih Höhe von 7 Millionen Euro erzielen. Hierfür muss aber zunächst die Verwaltungsübereinkunft mit der NMBS geändert werden.

Die Züge werden also vorerst ausgesetzt. Offiziell heißt es, dass Sicherheitsarbeiten an den Schienen durchgeführt werden müssten, aber Fachleute gehen davon aus, dass die Verbindungen wohl kaum wieder aufgenommen werden.