Strafprozess gegen Steve Stevaert

Der Staatsminister und ehemalige Vorsitzende der flämischen Sozialisten, Steve Stevaert, muss sich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor einem Strafgericht verantworten. Das hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigt. Die Tat soll sich vor über vier Jahren ereignet haben. Ein genaues Datum für den Prozess ist noch nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft sagt, dass Steve Stevaert in einem Vergewaltigungsfall vor die Ratskammer beordert worden sei. Er sei der Aufforderung aber nicht nachgekommen.

Stevaert hatte in der Zeitung De Tijd behauptet, dass er sich nicht habe verteidigen können, weil er nicht vorgeladen worden sei. Die Staatsanwaltschaft hat nun hierzu eine Erklärung abgegeben.

Stevaert wird vor einem Strafrichter wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung erscheinen müssen. Er soll dabei seine Position gegenüber dem Opfer missbraucht haben.

Beim Verhör hatte Stevaert die Tat zunächst geleugnet, nachher aber zugegeben, mit dem Opfer geschlafen zu haben. Allerdings, so Stevaert, sei das mit gegenseitigem Einverständnis erfolgt.

Die Fakten datieren aus dem Jahr 2010 in Brüssel: Stevaert war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Politiker aktiv. Er hatte aber noch wichtige Mandate in verschiedenen Unternehmen inne. Stevaert soll eine seiner Positionen ausgenutzt haben. Das Opfer erstattete erst viel später, nämlich 2013, Anzeige. Zu den konkreten Umständen der Tat, wollte die Staatsanwaltschaft nichts sagen.

Die Klage landete schließlich vor der Ratskammer. Nach Ansicht der Ratskammer lägen genügend Beweise vor, um den Fall an das Strafgericht zu verweisen. Steve Stevaert sagte zuvor, dass er nichts davon wusste, dass die Klage weiterverwiesen wurde. "Wie in solchen Fällen üblich, wird bei jeder Akte geprüft, ob alle Parteien rechtswirksam aufgerufen wurden. Das war hier der Fall", so Marie-Rose Broucker, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Brüssel am Donnerstag.