BASF verklagt belgischen Industriekonzern Umicore

Nach Meldungen des deutschen Magazins Wirtschaftswoche hat der weltgrößte Chemiekonzern BASF aus Ludwigshafen den belgischen Technologie-Hersteller Umicore mit Hauptsitz in Brüssel, der u.a. Autobatterien, Akkus und Katalysatoren produziert, aus patentrechtlichen Gründen vor einem US-Gericht verklagt. Mit Falschangaben zu Patenten soll Umicore den Kläger Geschäfte in Milliardenhöhe streitig gemacht haben. BASF fordert Schadensersatz.

Der Chemieriese BASF fordert deshalb von Umicore gemeinsam dem amerikanischen Laboratorium, dass die Patente, um die es in diesem Fall geht, entwickelt hat, Schadensersatz in nicht genannter Höhe. Umicore muss sich gegenüber dem US-Gericht in Wilmington zu den Vorwürfen äußern, weist aber die Vorwürfe der BASF laut Wirtschaftswoche energisch zurück.

Die Patente beziehen sich offenbar auf Bauteile für Nickel- oder Mangan-Kobalt-Kathoden, die in der nächsten Generation von Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt werden sollen. Diese Akkumulatoren sollen mehr Energie speichern können, wodurch Elektroautos deutlich länger fahren können, als mit heutige Batterien.

Die Technologie wurde laut Klageschrift vom Argonne National Laboratory, einem Institut des US-Energieministeriums, entwickelt und bereits 2009 von BASF lizenziert. Umicore seinerseits soll sich ähnliche Patente des Konzerns 3M zu entsprechenden Entwicklungen mit leicht differenzierten Eigenschaft gesichert haben.

Umicore soll laut Klageschrift die entsprechenden BASF-Patente bei Lieferverhandlungen in ein schlechtes Licht gerückt und offenbar einem potenziellen BASF-Kunden für entsprechende Produkte mit einer "Klage auf Basis der 3M-Patente" gedroht haben, falls dieser Lieferaufträge an den deutschen Chemieriesen und nicht an den belgischen Konzern vergebe.