Selbstmord hat viele Gesichter

Vor dem Hintergrund des Todes von Staatsminister Steve Stevaert appelliert das Zentrum für Suizidprävention (CPZ), die Organisation hinter der Telefonberatung 1813, an die Medien, Selbsttötung nicht simpler darzustellen als sie ist. "Suizid ist keine einfache Geschichte. Es stecken viel mehr Faktoren dahinter", betont Kirsten Pauwels vom CPZ am Freitag.

Pauwels sagt, dass Selbstmord bekannter Persönlichkeiten zum  Anstoß für Menschen mit Suizidgedanken werden könnte. "Wir müssen ein Nachahmen absolut vermeiden. Menschen, die mit Selbstmordgedanken kämpfen, identifizieren sich schneller mit einer bekannten Person", so Pauwels.

Die Medien spielen aber auch eine große Rolle bei der Prävention. "Einerseits, indem sie nicht über die Art und nicht zu einfach über Selbstmord berichten. Sie können auch betonen, dass Selbstmord vermieden werden kann und dass es verschiedene Hilfskanäle gibt."

Die Berichterstattung über Stevaerts Tod war nicht verkehrt, aber, so Pauwels, in diesem Fall haben wir es kommen sehen, also können wir antizipieren. Wir betonen deshalb, dass Hilfe angeboten werden kann. Wir haben beim Tod von Yasmine ( 2009, Red.!) gesehen, dass die Zahl der Anrufe und Selbstmordversuche zunahmen", erklärt Pauwels.

Wer Fragen zum Suizid hat, kann kostenlos auf der entsprechenden Hotline-Nummer 1813 anrufen oder sich auf der Webseite  www.zelfmoord1813.be informieren.