Soldaten im Straßenbild: Kriminalität sinkt um 30 %

Seit das belgische Militär nach der Razzia gegen Islamisten in Verviers (Prov. Lüttich) neuralgische Orte und Gebäude bewacht, sank in Brüssel und Antwerpen die Kriminalität um 30 %. Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) führt diesen Umstand auf ein erhöhtes Sicherheitsgefühl an Orten, wo Soldaten Wache schieben, zurück. Brüssels Bürgermeister Yvan Mayeur (PS) ist da anderer Ansicht. Er glaubt, dass die Kriminalität in seiner Stadt schon seit letztem Jahr zurückgeht.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Dort, wo Soldaten in Antwerpen, der größten Stadt Flanderns und in der belgischen Hauptstadt Brüssel wichtige Gebäude bewachen sinken die Zahlen der gemeldeten Straftaten: Wohnungseinbrüche: - 63 %, Autodiebstahl: - 33 %. Nicht zuletzt sanken in den vergangenen drei Monaten auch die Zahlen im Bereich Vandalismus und illegales Müllentsorgen um etwa 20 %.

Innenminister Jambon ist davon überzeugt, dass die Soldaten im Straßenbild mit ihren Maschinenpistolen Kriminelle abschrecken. Brüssels Bürgermeister Mayeur hingegen sieht das anders und ist der Meinung, dass sich die sinkenden Kriminalitätsstatistiken in seiner Stadt bereits im vergangenen Jahr angedeutet hätten. Dies würde sich dieses Jahr schlicht und einfach fortsetzen.

Erhöhte Terrorwarnstufe

Seit der Anti-Terror-Razzia von Verviers, bei der am 15. Januar zwei mutmaßliche islamistische Terroristen von der Polizei erschossen wurden, bewachen Soldaten neuralgische Orte und Gebäude im ganzen Land. In den ersten Wochen galt die erhöhte Terrorwarnstufe 3 (auf einer Skala mit 4 Stufen). Mitte März wurde diese Stufe von 3 auf 2 herabgesenkt.

Zeitweise waren alleine in Brüssel 120 bewaffnete Soldaten rund um die Uhr an strategischen Stellen postiert und in Antwerpen bewachten 60 Soldaten z.B. jüdische Einrichtungen. Trotz herabgestufter Warnstufe sind noch immer einige Soldaten im Straßenbild einiger belgischer Großstädte zu sehen.

Lüttich fordert wieder Soldaten an

In Lüttich wurde am Donnerstag der Justizpalast von zusätzlichen Polizisten bewacht, denn das staatliche Koordinations- und Analyseorgan für Terrorbedrohung (OCAD) hatte Informationen aufgefangen, nach denen ein Anschlag auf ein Justizgebäude außerhalb Brüssels geplant gewesen sein soll. Jetzt fordert die Lütticher Stadtverwaltung die Rückkehr von bewaffneten Soldaten am Justizpalast.