Gedenken an ertrunkene und verschwundene Seeleute

In Ostende wurden an diesem Montagmorgen den verstorbenen Seeleuten gedacht. Familienangehörige legten während der jährlich stattfinden Fischererhrung Blumen nieder. Seit dem Jahr 2000 sind 11 Schiffe in der flämischen Fischerei untergegangen, 11 Seeleute starben dabei. Einige Seemänner wurden nie gefunden.

"Sie sind aufs Meer hinausgefahren. Noch am Mittwoch hatte er mich angerufen und sagte, Mama, es ist so traurig hier, es gibt hier nichts zu fangen. Ich sagte noch zu ihm, Michael, tröste Dich, das wird besser. Du wirst schon noch Fisch fangen. Am Sonntag darauf ist das Schiff gekentert, die Netze sind gerissen. Alles ist so schnell gegangen. Sie haben ihn nicht mehr gefunden", erzählt Anita Devriendt, die Mutter von Michael Steenkiste, eines 17-jährigen Jungen, der ertrank als er vor 14 Jahren vor der englischen Küste fischte.

Michael hatte gerade erst die Schule absolviert und durfte zum ersten Mal mit auf ein Schiff.

"In meinem Gedanken kann ich ihn nicht beerdigen, denn ich habe nichts von ihm." Sie habe noch immer viele Fragen und diese Fragen blieben, so Devriendt.

Seit 2000 sanken 11 flämische Fischerboote. Ein Dutzend Familienangehörige bleiben mit Fragen zurück. Das einzige, was sie tun können, ist, Blumen niederzulegen, denn ein Seemannsgrab ist kein Grab.

"Ich habe mir gesagt, Michael, ich werde für Dich da sein, wie jedes Jahr und das wird immer so bleiben. Ich werde solange hier Blumen niederlegen, bis ich selbst sterbe."