Movement X-Demo dieses Mal in Brüssel

An der Parteizentrale der flämischen Regionalisten N-VA in Brüssel haben Polizeiangaben zufolge rund 150 Mitglieder der Bürgerrechtsbewegung Movement X gegen Rassismus demonstriert. Sie kritisieren den Parteivorsitzenden und Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever. Ihrer Meinung nach waren die Äußerungen, die De Wever vor kurzem über die Berber machte, rassistisch.

Die Demonstranten kritisieren außerdem, dass Menschen mit einer dunklen Hautfarbe oder einem ausländisch klingenden Namen weniger Chancen auf einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung haben als andere Personen.

Liesbeth Wuyts von der Bewegung Movement X betonte am Montag auf der Demonstration gegenüber dem VRT-Radio: "Ich habe selbst gerade zwei Pflegekinder anderer Herkunft dabei, auch ein kleines Berberkind mit einem Berbernamen. Ich habe echt sehr viel Angst um seine Zukunft. Meine Freundin hat neulich zwei Kinder aus Äthiopien adoptiert und die waren 6 und 8 Jahre alt. Und als sie in Belgien ankamen hat sie ihnen noch flämische Namen gegeben. Ich fragte sie, warum sie das in dem Alter noch mache? Sie antwortete: Für ihre Zukunft. Mit den Namen Ahmed und Hassan werden sie niemals Arbeit finden."

Der umstrittende Anführer von Movement X, Dyab Abou Jahjah, will, dass sich De Wever ausdrücklich bei der Gemeinschaft entschuldigt oder dass sich die N-VA als demokratische Partei von den Äußerungen De Wevers distanziert.

Außer Movement X waren auch der belgische Flügel der marokkanischen Menschenrechtsbewegung, die weltweite Amazigh-Bewegung und verschiedene linke Organisationen wie die Linke Sozialistische Partei (LSP) und die Jeunes Organisés Combattifs (JOC) vertreten. 

Die Demonstration verlief, wie erwartet, ohne Zwischenfälle. Die Veranstalter hatten selbst Stewards im Einsatz. Der Eingang der Parteizentrale der N-VA wurde von fünf Polizisten bewacht. Gegen 15 Uhr hatten sich auf dem Fußweg gegenüber der Zentrale in der Koningstraat laut Veranstalter mehr als 200 Demonstranten versammelt. Die Polizei sprach von rund 150 Demonstranten.

In den vergangene Wochen hatten in Antwerpen verschiedene spontane Versammlungen und Protestaktionen stattgefunden.