Belgien europaweit populär bei klinischen Studien

Rund ein Viertel aller klinischen Studien und Test, die in Europa durchgeführt werden, finden in Belgien statt. Klinische Studien oder Tests sind medizinische und wissenschaftliche Versuche an Menschen. Vor allem die Pharmaindustrie führen menschliche Versuche bei der Entwicklung von neuen Medikamenten gerne in Belgien durch.
AP2014

Im vergangenen Jahr wurden in Belgien nach jüngsten Statistiken fast 570 klinische Studien an Menschen durchgeführt. Damit findet in unserem Land die höchste Pro-Kopf-Dichte in dieser Hinsicht in Europa statt. Will man derartige Versuche in Belgien starten, braucht es die Zustimmung des ethischen Komitees der Klinik, in der die Studie durchgeführt wird und der staatlichen belgischen Agentur für Medikamente und Gesundheitsprodukte (FAGG).

In unserem Land wissen Antragsteller in diesem Bereich recht schnell, ob ihre Versuche zugelassen werden oder nicht. Auf die Zustimmung für die Durchführung einer so genannten „Phase 1-Studie“ wartet man in Belgien knapp 14 Tage. Der geringe Verwaltungsaufwand und die Tatsache, dass die belgischen Wissenschaftler in dieser Hinsicht weltweit hohes Ansehen genießen, sorgen dafür, dass die Pharmaindustrie gerne hierher kommt. Internationale Audits belegen die Qualität der klinischen Forschung in Belgien.

Probanden gesucht

Das größte Problem für klinische Versuche in Belgien ist der Mangel an geeigneten Versuchspersonen. Reich wird man nicht davon, denn durchschnittlich werden für entsprechende Klinikaufenthalte nur Tagessätze von zwischen 30 und 40 € gezahlt. Häufig melden sich Studenten für diese Versuche oder auch Mitarbeiter von Kliniken, die einen Nebenverdienst suchen.

Nur wenige Außenstehende melden sich hier. Doch es melden sich ab und zu auch Testpersonen, die von der Notwendigkeit der wissenschaftlichen Arbeit zur Entwicklung von neuen Medikamenten überzeugt sind. Fachleute vergleichen das Profil dieser Probanden mit dem von Blut- oder Organspendern.