Gedenktourismus bringt der "Westhoek" Umsätze

Die so genannte „Westhoek“, die westlichste Ecke der Provinz Westflandern entlang der französischen Grenze, profitiert derzeit vom stets mehr wachsenden Gedenktourismus zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs. Im vergangenen Jahr setzte die Region in diesem Zusammenhang 76,3 Mio. € um, fast das Doppelte des Umsatzes im Jahr 2013.

Das Gedenken der Westflandern bis heute prägenden Ereignisse während des Ersten Weltkriegs, hier auch der „Große Krieg“ genannt, und die damit verbundene Friedensbotschaft gehört zu den Traditionen in diesem Landstrich und besonders in diesen Zeiten, 100 Jahre nach dem Kriegsausbruch, sind entsprechende Respektbezeugungen von Menschen aus der ganzen Welt eine schöne Sache.

Doch letztendlich lässt dieser internationale Gedenktourismus auch viel Geld in die Kassen der „Westhoek“ fließen. Nach einer genauen Analyse der im vergangenen Jahr gemachten Umsätze im Fremdenverkehrssektor in Westflandern gab Westtoer, das Tourismusamt der Provinz, jetzt bekannt, dass 2014 ein Umsatz von 76,3 Mio. € Umsatz in diesem Zusammenhang generiert werden konnte. Das entspricht einem Anstieg um 92 % gegenüber 2013.

Fast zwei Drittel dieses Umsatzes fiel letztes Jahr auf Besucher aus dem Ausland. Und rund 80 % davon wurde während mehrtägigen Aufenthalten in der „Westhoek“ umgesetzt: 37 % durch Übernachtungen, 34 % durch Besuche in Gaststätten, 15 % durch Shopping und 14 % durch andere Aktivitäten, wie z.B. Museumsbesuche.

Was kommt nach 2018?

So erfolgreich, wie der Gedenktourismus zu 1914-1948 auch sein mag, so groß sind auch die Sorgen, wie es dem Fremdenverkehr in der „Westhoek“ nach 2018 ergeht, wenn die Feierlichkeiten zu den 100. Jahrestagen der damaligen Ereignisse zu Ende sind. Rund die Hälfte der Besucher geben an, in erster Linie wegen des Ersten Weltkriegs in der Region gewesen zu sein.

Bei den ausländischen Besuchern, z.B. bei den Briten, der größten Besuchergruppe in diesen Tagen, geben dies bis zu 60 % der dazu befragten Touristen an. Westtoer arbeitet nach eigenen Angaben daran, den Tourismus im Hinblick auf die Zeit nach 2018 nachhaltig zu gestalten, um trotzdem noch viele Gäste dort begrüßen zu können.