Massengrab im Kongo: Belgien fordert Aufklärung

In Maluku, eine kleine Ortschaft in der Gegend der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, ist ein Massengrab mit rund 400 Leichen entdeckt worden. Die internationale Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch will wissen, ob sich in dem Massengrab auch die Leichen von Oppositionellen befinden. Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) fordert eine unabhängige Untersuchung.

Einwohner von Maluku gaben gegenüber Vertretern von Human Rights Watch an, dass vor zwei Wochen Nachts dort Lastwagen aufgetaucht seien, aus denen Leichen ausgeladen worden seien. Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo streitet nicht ab, dass dort Leichen abgelegt worden seien, doch dabei handele es sich im die Leichname armer Leute oder ungeborener Babys.

Human Rights Watch geht allerdings davon aus, dass dort auch die Leichen von Oppositionellen verscharrt worden sind. Die Leichen von 41 Studenten, die bei den Aufständen gegen die Politik von Präsident Jodeph Kabila im Januar dieses Jahres ums Leben gekommen waren, wurden den Angehörigen bis heute nicht übergeben.

Die Lage in der ehemaligen belgischen Kolonie Kongo ist derzeit sehr angespannt. Nächstes Jahr wird dort gewählt. Laut Verfassung darf sich Präsident Kabila nicht noch einmal zur Wahl stellen, doch nach Ansicht der Opposition versuche dieser gerade mit allerlei Tricks dieses Gesetz zu umgehen.

Belgien fordert Aufklärung

Die frühere Kolonialmacht Belgien mischt sich jetzt in den Fall ein und fordert eine Aufklärung der Hintergründe zum jetzt entdeckten Massengrab. Bundesaußenminister Didier Reynders (MR) reagierte mit ‚Abscheu‘ auf die Entdeckung des Massengrabs und fordert eine sofortige und unabhängige Untersuchung des Problems:

„Es ist wichtig, dass der Fundort abgesperrt wird, um zu vermeiden, dass wichtige Beweise und Indizien verschwinden können. Es muss festgestellt werden, wer in diesem Massengrab begraben ist und unter welchen Umständen das geschah.“ Das kongolesische Volk und die internationale Gemeinschaft hätten ein Recht darauf, zu erfahren, was hier passiert sei, so Reynders.