Spanner in Belgien sind nur schwer festzunageln

Die belgische Justiz hat Probleme, Voyeuristen zu verurteilen. Das hat sich jetzt erneut an einem Fall in Diepenbeek (Provinz Limburg) gezeigt. Ein Ex-Basketballtrainer hatte dort die Mädchen unter der Dusche gefilmt.

Ende letzten Jahres wurde der Basketballtrainer zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Er wurde allerdings nicht wegen Voyeurismus verurteilt, denn das ist, so verrückt es klingt, nicht strafbar in Belgien, sondern wegen Verstoßes gegen die guten Sitten unter Gewaltandrohung. 

Der Mann legte jedoch Berufung ein. Und damit könnte er freigesprochen werden, denn laut Kassationshof, dem obersten Gericht in Belgien, könne man von heimlich aufgenommenen Filmen nicht sagen, dass sie unter Gewaltandrohung gemacht worden seien. In diesem Zusammenhang wurden schon zahlreiche Menschen zuvor freigesprochen, zum Beispiel ein Hotelpächter, der eine Kamera in seinen Hotelzimmern versteckt hatte.

Im neuen Strafgesetzbuch, das in einigen Jahren fertig sein muss, wird Voyeurismus wahrscheinlich als eine Straftat betrachtet, betont die Parlamentarierin Carina Van Cauter von den flämischen Liberalen Open VLD im VRT-Radio am Donnerstagmorgen.

"Das bedeutet, dass wir über Verhalten nachdenken werden, die wir für gesellschaftlich tadelnswert halten und als strafbar erachten. Das ist der Plan. Das betrifft auch den Voyeurismus."

Im Falle des Basketballtrainers wird das jedoch wohl wenig verändern. Das Urteil wird am 6. Mai gefällt.