Justiz: Farid "Le Fou" ist wieder draußen

Der berühmt-berüchtigte Kriminelle Farid "Le Fou" Bamouhammad ist wieder auf freiem Fuß. Die für den Strafvollzug zuständige Justizinstanz hat den wohl bekanntesten Häftling Belgiens unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen. Bamouhammad sitzt seit 1985 im Gefängnis und müsste eigentlich noch bis 2027 in Haft bleiben. Doch sein Gesundheitszustand ließ die Justiz zu dem Schritt kommen, ihn freizulassen.

Farid „Le Fou“, zu Deutsch Farid „Der Verrückte“, saß seit 1985 im Gefängnis oder vielmehr in allen möglichen belgischen Gefängnissen. Wegen seines aggressiven Verhaltens und seiner Gewaltausbrüche gegen Mitgefangene oder das Wachpersonal wurde er immer wieder verlegt, viele Dutzend Male. Er sitzt oder vielmehr saß in Haft wegen eines Mordes, mehrerer Mordversuche, Gewaltverbrechen und Geiselnahme.

Doch sein langjähriger Gefängnisaufenthalt und die fast permanente Isolierung sollen ihn krank gemacht haben, bescheinigen ihm jetzt wiederholt Mediziner und Gefängnisfachleute. Auch körperlich hat er gelitten, z.B. hat er sich von einem wochenlangen Hungerstreik gegen seine permanenten Verlegungen von Knast zu Knast nicht mehr richtig erholt.

Erst im November 2014 war er unter strengen Auflagen aus der Brüsseler Haftanstalt von Sint Gillies entlassen wurden, doch dagegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Bamouhammad begab sich vor einigen Wochen unter den Augen vieler Medien freiwillig wieder in dieses Gefängnis, um dort das Ergebnis des Berufungsverfahrens abzuwarten.

Jetzt wurde nach intensiven Beratung mit der Brüsseler Staatsanwaltschaft, mit verschiedenen Gefängnisdirektoren und mit Gefängnisärzten entschieden, ihn tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen laufen zu lassen. Man geht davon aus, dass Farid „Le Fou“ nicht mehr gefährlich ist und seine Lehren aus seinem kaputten Leben gezogen haben wird.

In den vergangenen Monaten habe er sich während seiner Haft in Sint Gillies ruhig, ja vorbildlich verhalten. Aber der Auflagenkatalog für seine Freilassung ist sehr streng und umfasst gleich 16 Punkte. Darunter sind Auflagen wie das Verbot, das Land zu verlassen oder auch Alkohol zu trinken.