Kein Betrugsverfahren zu Sabena durch Verjährung

Die Anklagekammer von Brüssel wird kein Betrugsverfahren gegen sechs ehemalige Manager der in Konkurs gegangenen früheren belgischen Fluggesellschaft Sabena eröffnen. Mehrere Kläger, ehemalige Sabena-Mitarbeiter, und der Kurator des Sabena-Konkurses hatten ein Betrugsverfahren angestrengt. Doch nach Ansicht der Brüsseler Juristen ist der Fall verjährt.

Damit ist das Verfahren für die Brüsseler Anklagekammer geschlossen, es sei denn, die Zivilklage oder die Staatsanwaltschaft ziehen noch vor den Kassationshof. Mit dem Abschluss des Verfahrens haben die Anwälte der sechs Beschuldigten erst einmal den längeren Arm gehabt, denn ihr Ziel war es, auf Verjährung zu spekulieren.

Die Zivilparteien hingegen hatten gehofft, nicht nur die sechs jetzt Angeklagten vor den Kadi ziehen zu können, sondern noch weitere 20 bis 30 weitere Personen bei Sabena und Swissair zur Verantwortung in Sachen Herbeiführung der Sabena-Pleite zur Verantwortung ziehen zu können.

Schon im November 2011 hatte die Brüsseler Ratskammer beschlossen, die sechs Beschuldigten an ein Strafgericht zu verweisen, doch alle Angeklagten gingen seinerzeit dagegen in Berufung. Auch der Kurator von Sabena und die klagenden ehemaligen Sabena-Mitarbeiter machten diesen Schritt. So kam der Fall zur Brüsseler Anklagekammer.

Gegenstand der Klage war ein bestimmtes System, mit dem Kaderleute bei der Sabena schwarz bezahlt wurden und zwar über eine „Sabbel“ genannte Sabena-Filiale, eine Art Offshore-Konstruktion, die offiziell für Versichrungen von nicht-luftfahrtgebundenen Risiken aufgebaut worden war. In den Jahren 1995 bis 1999 sollen hier Millionensummen hingeflossen sein, mit denen Mitglieder des Sabena-Direktionskomitees zusätzlich zu ihren offiziellen Bezügen in schwarz bezahlt worden sein sollen.