Unfallverursacher noch vor Prozess abgeschoben

Ein abgelehnter Asylbewerber, der einen tödlichen Unfall verursacht hat, ist noch bevor ihm der Prozess gemacht wurde, des Landes verwiesen worden. Vor einem halben Jahr hatte der Mann in Borgerhout mit seinem Moped eine Frau angefahren und Fahrerflucht begangen. Die Frau starb und zwei Monate später zeigte sich der Albaner selbst bei der Polizei an.

"Meine erste Reaktion war, dass er das Land verlassen hat, um seiner Strafe zu entgehen", sagt Marina Meulemans, die Ehefrau der verstorbenen Frau.

Das war jedoch nicht der Fall.

Francine Boolen wurde am 13. Oktober letzten Jahres auf der Turnhoutsebaan in Borgerhout von einem Moped angefahren. Der Fahrer hatte Fahrerflucht begangen. 

Die Frau starb einige Tage später. Der Mopedfahrer hat sich schließlich selbst bei der Polizei angezeigt. 

Das Ausländeramt hat den Mann nun nach Albanien abgeschoben, weil sein Asylantrag in allen Instanzen abgelehnt worden war. Das erschwert die Ermittlungen jedoch immens.

Der Anwalt des abgelehnten Asylbewerbers, Tim Smet betonte im VRT-Fernsehen: "Wenn sie den Mann verhören wollen, müssen die Beamte nun nach Albanien fahren. Für meinen Mandanten ist das auch schwierig, weil er in dem Fall keinen Widerspruch einlegen kann und auch nicht mehr die Möglichkeit hat, bei den Ermittlungen mitzuhelfen, was seine Absicht ist. Das sind doch einige Nachteile in diesem Fall, übrigens auch für die Opfer. Es ist nicht so einfach, nach Albanien zu fahren, um sich dort den Schadensersatz zu holen."

"Ich denke nicht, dass dort auch nur ein Euro zu holen ist", betont Marina Meulemans, die Ehefrau der Toten noch. "Ein kahles Huhn kann man nicht mehr rupfen. Für mich ist das bloß wieder eine Bestätigung dafür, dass die Justiz hier nicht funktioniert. So einfach ist das."

Die Justiz und das Ausländeramt hätten viel besser zusammenarbeiten müssen, findet Meulemans. Der Staatssekretär für Asyl und Migration Theo Francken, will Kriminelle jedoch leichter ausweisen können.

"Früher hat man das nicht gemacht, aber die Richtlinien bei Ausländerangelegenheiten sind viel strenger geworden. Ich befürchte, dass man das Gesamtbild ein wenig aus den Augen verliert", bemerkt Tim Smet, der Anwalt des abgeschobenen Asylbewerbers, hierzu. Man sollte doch schauen, was hier gerade passiert und dass es viele Fälle darunter gibt, bei denen es besser wäre, die Leute vorerst noch nicht abzuschieben und eine weitere gerichtliche Untersuchung abzuwarten."