Waterloo-Skelett ist von Soldat aus Hannover

Das Skelett, das vor knapp drei Jahren in der Nähe des Löwen von Waterloo entdeckt wurde, ist Friedrich Brandt, ein 23-jähriger Soldat aus Hannover, der an der Seite der Briten gegen das französische Heer von Napoleon kämpfte. Das hat ein britischer Historiker jetzt bestätigt.

Im Juni 2012 war das Skelett unweit des Löwen von Waterloo von Archäologen entdeckt worden. Es ist ein noch intaktes Skelett eines Soldaten, der in der Schlacht von Waterloo 1815 fiel. Wie er gestorben ist, konnte man leicht herausfinden: In seinem Brustkorb war noch immer die Karabinerkugel, die ihn damals tötete. Wer der Mann war, war jedoch schwieriger zu erkennen. Von seiner Uniform war kaum noch etwas übrig geblieben.

In der Nähe des Skeletts fand man ein Holzstück mit den Initialen "C.B.". Auch einige französische und deutsche Münzen wurden ausgegraben sowie ein eiserner Löffel. Die Archäologen konnten damals nicht mit Sicherheit sagen, wer der Soldat war. Sie schätzten sein Alter zwischen 20 und 29 Jahre, dachten aber, dass er wohl für immer ein anonymes Opfer bleiben würde.

23-jähriger Soldat der King's German Legion von König George III.

Der britische Historiker Gareth Glover sagt nun, dass er sich der Identität des Soldaten ziemlich sicher sei. Er denkt, dass es sich um Friedrich Brandt, einen 23-jährigen Soldaten handele, der in der King's German Legion des britischen Königs George III. an der Seite der Briten gegen die Armee von Napoleon kämpfte.

Die King's German Legion war eine Sondereinheit in der britischen Armee, die aus Soldaten deutscher Gebiete bestand. Außer König des Vereinigten Königreichs war George III. auch König von Hannover.

"F.C.B."

Glover basiert seine Identifizierung auf das Stückchen Holz, das in der Nähe des Skeletts gefunden wurde. Vor den Initialen "C.B." entzifferte er ein sehr vages "F.". Damit hatte er eine neue Piste entdeckt, der er nachging. Er verglich die drei Initialen mit den Namen der Soldaten, die damals am Kampf teilnahmen.

Die Initialen schienen mit drei deutschen Soldaten von einst übereinzustimmen. Glover konnte einen von ihnen direkt ausschließen, weil dieser an einem anderen Ort, weit von dem Platz entfernt, an dem das Skelett gefunden wurde, kämpfte. 

Glover suchte weiter nach Informationen über den Sold von damals. Es stellte sich heraus, dass einer der übriggebliebenen Kandidaten einen Monat nach der Schlacht, seinen Sold einforderte. Glover schloss deshalb daraus, dass das gefundene Skelett nur das von Friedrich Brandt sein könne.