Belgier bündeln Kraft, werden aber von Deutschem besiegt

Beim Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix haben am Ende drei Flamen eine wichtige Rolle gespielt, bevor der deutsche Radprofi John Degenkolb ein beeindruckendes Solo im Sprint hinlegte und die sogenannte "Hölle des Nordens" gewann.

Der 26-jährige Radprofi John Degenkolb aus dem Team Giant-Alpecin gewann an diesem Sonntag als erster Deutscher seit 119 Jahren den Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix.

Der gebürtige Thüringer siegte nach 253,5 Kilometern, davon 52,7 über das berüchtigte Kopfsteinpflaster, im Velodrom von Roubaix vor Zdeněk Štybar (Tschchien/Etixx-QuickStep) und Greg van Avermaet (Belgien/BMC).

Der letzte Belgier, der auf der Strecke gewann, war Tom Boonen im Jahr 2012.

Zunächst sah es für die belgischen Fans ganz danach aus, als könnten sie am heutigen Sonntagabend erneut feiern. Jurgen Roelandts legte auf dem letzten großen Abschnitt des Rennens, dem sehr anspruchsvollen Sektor 4 in Carrefour de l’Arbre, eine Solo-Leistung hin.

Roelandts litt aber trotz des großen Gedränges unter dem harten Seitenwind und wurde von einem Verfolgerteam gleich hinter dem Carrefour de l'Arbre 'geschluckt'.

Daneben beschleunigte der vielversprechende belgische Fahrer Yves Lampaert. Ihm hatte sich Greg Van Avermaet angeschlossen. Zwei Belgier im Roubaix 'Velodrom', die den Kampf unter sich ausmachen würden? In einem spannenden Finale gelang es dem Deutschen John Degenkolb, sie weniger als 10 Kilometer vor dem Finish einzuholen und hinter sich zu lassen. Die beiden Belgier zögerten, ob sie mit dem Spitzensprinter kooperieren sollten. Sie verloren an Geschwindigkeit und 4 andere Fahrer holten auf.

Degenkolb konnte beim Endspurt mit 7 Fahrern herausstechen. Er schoss wie ein Pfeil aus dem Pulk heraus und siegte vor Zdeněk Štybar aus der Tschechischen Republik, der nur Zentimeter vor Greg Van Avermaet finishte.

Van Avermaet sagte nach dem Rennen: "Am Ende war ich total erschöpft. Ich hing nur dort und versuchte, zu überleben, bevor ich mit dem Endspurt begann. Als ich Degenkolb ankommen sah, wusste ich, dass es schwer werden würde, zu gewinnen."

4 Belgier unter den ersten 10 bei Paris-Roubaix

1.John Degenkolb

2. Zdeněk Štybar (gleiche Zeit)

3. Greg Van Avermaet

4. Lars Boom (Niederlande)

5. Martin Elmiger (Schweiz)

6. Jens Keukeleire (Belgien)

7. Yves Lampaert + 0:07

8. Luke Rowe (Großbritannien) +0:28

9. Jens Debusschere (Belgien) +0:29

10. Alexander Kristoff (Norwegen) +0:31

Die belgischen Fahrer haben mit einer Gesamtzahl von 55 noch immer die meisten Siege auf diesem Klassiker geholt. Frankreich hat 30 Siege zu verzeichnen und Deutschland hatte bis zum heutigen Tag nur einen Sieg auf dieser Strecke zu feiern. Die allererste Ausgabe im Jahr 1896 wurde von Joseph Fischer gewonnen.