UN: De Croo bricht Lanze für Frauen- u. Homorechte

Belgiens Bundesminister für Entwicklungshilfe, Alexander De Croo (Open VLD - Foto), hat bei seiner Antrittsrede zum belgischen Vorsitz der Kommission für Bevölkerung und Entwicklung bei den Vereinten Nationen in New York auf die Wichtigkeit der Rechte für Frauen, Schwule und Lesben sowie Transgendern hingewiesen. Für den flämischen Liberalen muss auch die Bildung weltweit qualitativer werden.

„Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen, doch überall müssen die Frauen überall auf der Welt für ihre Rechte kämpfen; Rechte, die für die menschliche Entwicklung essentiell sind“, sagte Belgiens Entwicklungshilfeminister De Croo am Montag bei den Vereinten Nationen in New York. Er wies in seiner Rede auch auf das Recht einer Frau auf Bildung, auf das Recht von Mädchen, eine Zwangsheirat abzulehnen und auf das Recht von jungen Frauen, frei die Verantwortung über ihre eigene sexuelle oder reproduktive Gesundheit übernehmen zu können.

„Junge Menschen brauchen Zugang zu Information, um informiert ihre Wahlen und Entscheidungen treffen zu können“, so der belgische Vizepremier weiter. De Croo gab sein Land Belgien als Beispiel an, denn hier sei die sexuelle Aufklärung in den Schulen vorbildlich und die kostenlose Verteilung von Verhütungsmitteln sorge dafür, dass Belgien eine der niedrigsten Raten von Schwangerschaften bei Minderjährigen aufweise und auch die Sterbeziffer bei Geburten sei hier sehr gering.

Auch zum Thema Rechte für Homosexuelle oder Transgendern führte Alexander De Croo Belgien als gutes Beispiel an. Vor 12 Jahren habe unser Land gemeinsam mit den Niederlanden mit als erste Länder einen gesetzlichen Rahmen für die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern gesteckt:

„Die Diskriminierung und Unterdrückung von Transgendern und Homosexuellen behindert die Kampagnen zur HIV-Prävention und den Zugang zur Behandlung dieser Krankheit. Das wiederum führt zu weiteren Verbreitung von Aids und Geschlechtskrankheiten. Wie sollen wir jemals eine effiziente Politik rund um die sexuelle Gesundheit garantieren, wenn bestimmte Gruppen Menschen bewusst aus der Gesellschaft heraushalten wollen?“

Bildung, Gewalt und das Recht auf Existenz

Weitere Punkte, zu denen sich De Croo vor der UN-Kommission für Bevölkerung und Entwicklung äußerte, waren die Qualität der Bildung und die Gewalt in unserer Gesellschaft:

„Belgien glaubt felsenfest an das Potential eines jeden Individuums, um positiv etwas zur Gesellschaft beizutragen. Gewalt unterminiert die individuelle Entwicklung und hat zerstörerische Auswirkungen auf die Gesellschaft. Opfer sexueller Gewalt werden derart stigmatisiert, dass sie aus ihrem Umfeld ausgeschlossen werden. Wir können den Opfern nicht die Schuld geben. Wir müssen garantieren, dass die Täter Rechenschaft ablegen.“

Nicht zuletzt unterstrich der belgische Entwicklungshilfeminister, dass jedes Kind ein Recht darauf hat, registriert zu werden: „Wie kann man seine Rechte einfordern, wenn man nicht einmal offiziell existiert? Durch Registrierung und demografische Datenerfassung können Regierungen ausreichende gesundheitliche Versorgung und Bildung bieten und ausgeglichene Mittel und Budgets zur Verfügung stellen, um eine nachhaltige und langfristige Politik auszuarbeiten.“