Wieder Hackerangriffe auf belgische Medien

Am Montagabend wurde die Redaktion der frankophonen Brüsseler Tageszeitung Le Soir erneut das Opfer einer Cyberattacke. Doch nicht nur diese Zeitung wurde angegriffen. Auch die Systeme der französischsprachigen Blätter La Libre Belgique und La Dernière Heure fielen Hackern zum Opfer, was auch dort die Webseiten kurz lahmlegte.

Am Montagabend stellten die Redaktionen verschiedener frankophoner Tageszeitungen in Belgien fest, dass ihre IT-Systeme gehackt worden waren. Daraufhin wurden die entsprechenden Webseiten aus Sicherheitsgründen kurzzeitig lahmgelegt und konnten nicht mehr angeklickt werden.

Die Seiten von La Libre Belgique und von La Dernière Heure waren erst am Dienstagmorgen wieder erreichbar. Le Soir konnte schon nach einigen Minuten wieder angeklickt werden. Nach Angaben von Le Soir-Direktor Didier Hamann war der Hackerangriff aber nicht mit dem am Vortag zu vergleichen, als das vollständige System der Verlagsgruppe Rossel nach einer umfangreichen Cyberattacke stundenlang blockiert war.

Inzwischen ist die Sicherheit der IT-Systeme von Medien und der Behörden in Bund und Ländern in Belgien zum Gesprächsthema geworden. In den vergangenen Wochen kam es mehrmals zu entsprechenden Hacker- und Cyberangriffen auf Behörden- und Zeitungswebseiten. In einigen Fällen handelte es sich auch hier um Aktionen islamistischer Grupperungen, wie bei TV5 Monde in der vergangenen Woche.

„Annonymous“ hat angeblich den Hacker identifiziert

Die belgische Abteilung der internationalen Hackervereinigung „Annonymous“ gibt an, den Urheber der Cyberattacken auf einige belgische Medienwebseiten identifiziert zu haben.

„Annonymous“ gibt in einem auf YouTube zu sehenden Video an, der Täter soll ein junger Internetsurfer und -spieler aus Belgien sein, der mit einfachen und gängigen Mitteln im weltweiten Netz zugegen ist. Er soll aber einer Organisation angehören, die der islamistischen Terrorgruppe IS nahesteht.

Der Cyberangriff von Sonntag auf den IT-Bereich von Le Soir geht allerdings auf das Konto des französischen Hackerkollektivs "Linker Squad", das regelmäßig auf diese Weise auf unsichere Webseiten und Internetanwendungen von Unternehmen und Behörden hinweist.