Ist Uber eine Alternative für De Lijn-Rufbusse?

Nach Ansicht einiger Parlamentarier der flämischen Christdemokraten CD&V könnte der umstrittene Taxi-App-Dienst Uber eine günstigere Alternative für die Rufbusse der regionalen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn in Flandern sein. Allerdings müsste sich Uber dazu erst einmal den gesetzlichen und arbeitsrechtlichen Regeln des belgischen Gesetzbuches unterwerfen.

Rufbusse sind keine Taxis oder Mietwagen, sondern sie sind ein Teil des öffentlichen Personennahverkehrs und daher unter Umständen auch an Fahrpläne gebunden. De Lijn führte im belgischen Bundesland Flandern solche Rufbusse ein, um sich nicht vollständig aus ländlichen Gebieten zurückzuziehen.

Der Unterschied zum normalen und fahrplanmäßigen Busverkehr besteht darin, dass die Rufbusse nur dann fahren, wenn ein Fahrt in einem bestimmten Zeitraum im Voraus zuvor bei der jeweiligen regionalen Zentrale von De Lijn telefonisch angefragt wurde. Allerdings ist dieses System hier nie wirklich ein Erfolg gewesen und gerade dies führte jetzt zu der Überlegung, diese Art Kundendienst an private Fahrunternehmen, z.B. den umstrittenen Anbieter Uber, zu übergeben.

Dirk de Kort, Karin Brouwers, Lode Ceyssens und Caroline Bastiaens sind CD&V-Abgeordnete im flämischen Landesparlament. Sie sind der Ansicht, dass Anbieter wie Uber, hier effizienter und für die Fahrgäste günstigere Alternativen sein könnten. Auf ländlicher Ebene, so Dirk de Kort gegenüber der VRT, könnte Uber De Lijn sogar ersetzen: „Uber kann in dünnbevölkerten Gebieten auf Effiziente Weise für ein engmaschiges Netz sorgen.“

De Lijn und Uber

Uber ist in Belgien derzeit nur in der Hauptstadt Brüssel aktiv und führt seit dem einen heftigen Krieg mit den offiziellen Taxifahrern und mit Teilen der regionalen Politik (Uber ist in Brüssel offiziell verboten). Nach Ansicht der Taxifahrer und deren Unternehmen sorgt Uber hier für unehrliche Konkurrenz, weil deren über eine APP gebuchten Fahrten günstiger sind, als die gesetzlich vorgeschriebenen Taxifahrpreise und weil deren Fahrer keinerlei Sozialabgaben oder Einkommenssteuern entrichten. Gerade dieser Umstand lässt die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn hier vorsichtig sein.

De Lijn-CEO Roger Kesteloot (Foto) sprach sich zwar nicht grundsätzlich gegen diese Idee aus, doch auch er fordert - wie die CD&V-Initiativnehmer übrigens auch - „einen minimalen gesetzlichen Rahmen.“ Kesteloot hatte nach eigenen Angaben bereits ähnliche Ideen und will bereits mit dem Uber-Konkurrenten PickMeUp, eine Studenten-Initiative aus Gent, die sich inzwischen unumstritten etablieren konnte, zusammengesessen haben. „Wir sollten uns keine Illusionen machen. Peer-to-peer-Systeme werden immer öfter auftauchen, so De Lijn-Chef Kesteloot.