Straßburg: König Philippe sprach vor dem Europarat

Belgiens König Philippe und Königin Mathilde haben am Mittwoch den Europarat in Straßburg besucht. Dieser Besuch fand im Rahmen des belgischen Vorsitzes über dieses Gremium statt, dem insgesamt 47 Länder angehören. Der Monarch forderte in seiner Rede (Foto) eine freie und tolerante Gesellschaft, in der jeder Rechte aber auch Pflichten habe. Doch ging König Philippe auch auf das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer ein.

In diesem Zusammenhang ging König Philippe auf die Menschenrechte ein, denn diese seien als eine Art Schutzmauer gegen das, wozu Menschen fähig seien, anderen anzutun:

„Rechte und Freiheiten haben ihren Ursprung in der Idee einer zivilisierten Gesellschaft. Damit will ich sagen: Eine Gesellschaft, die Machtmissbrauch, Unwürdigkeiten und Erniedrigung ausschließt. Trotz des Fortschritts, der nicht bestritten werden kann, gibt es in unserer Gesellschaft noch immer Situationen, in denen Männer und Frauen nicht mit Würde behandelt werden.“

Auf die Flüchtlingsdramen, die sich nicht erst seit gestern im Mittelmeer abspielen zielend, sprach der belgische Monarch auch die Haltung an, die Individuen aber auch Einrichtung gegenüber der Einwanderung eingenommen haben: „Diese Gleichgültigkeit sorgt dafür, dass wir unseren Blick von Armut, Hilfsbedürftigkeit und Einsamkeit, die um uns herum ist, abwenden, was aber eine Beleidigung der Menschenrechte bedeutet.“

Weitere Stationen des königlichen Besuchs

König Philippe und Königin Mathilde besuchten die europäischen Einrichtungen in Straßburg im Rahmen des belgischen Vorsitzes über dem Europarat. Diesem 1949 ins Leben gerufenen Gremium gehören 47 Staaten an, auch solche aus dem Balkan und anderen osteuropäischen Regionen, z.B. die Ukraine, die der König allerdings nicht ansprach, trotz des dort herrschenden Bürgerkriegs.

Nach dem Besuch des Europarates und der dortigen Ansprache begab sich das belgische Königspaar auch zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und zum Hauptquartier des Eurocorps in der elsässischen Metropole. Dieser multinationalen militärischen Einheit gehöre belgische, deutsche, französische, spanische, luxemburgische und in Kürze auch polnische Soldaten an.