"Bahn muss Fahrplandaten zur Verfügung stellen"

Belgiens Minister für Digitale Angelegenheiten, Alexander de Croo (Open VLD), verlangt von der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, dass diese ihren Fahrplan als offene Datei zur Verfügung stellt. Damit könne jeder Nutzer seinen eigenen Fahrplan zusammenstellen und so könnten Fahrplan-Apps erstellt werden.

In der vergangenen Woche nahm die belgische Bahn ihre Fahrplan-App „Railtime“ vom Netz. Diese App wurde vom bahneigenen Netzbetreiber Infrabel initiiert und war besonders nutzerfreundlich aufgebaut.

Doch jetzt strich die Bahn diesen Service, um die Kunden auf die eigene NMBS/SNCB-Webseite, bzw. die eigene App (Foto oben) zu locken. Dies stößt bei den regelmäßigen Pendlern, bei gelegentlichen Bahnfahrern und bei den Fahrgastverbänden übel auf, denn „Railtime“ war sehr beliebt und die bahneigene Webseite ist wesentlich weniger einfach zu bedienen. Digital-Minister De Croo verlangt jetzt von der Bahn, sie solle ihren Fahrplan als Datei öffentlich machen, damit jeder seine eigene App oder seinen eigenen Fahrplan aufbauen könne.

Dazu arbeitet er gemeinsam mit Theo Francken (N-VA), dem belgischen Staatssekretär für Administrative Vereinfachung, an einem Gesetzesvorschlag, der staatliche Behörden dazu verpflichten soll, ihre Daten frei zur Verfügung zu stellen, es sei denn, es liegen gesetzliche Bedenken bezüglich z.B. der allgemeinen Sicherheit vor.

Nicolas Maeterlinck

Förderung von wirtschaftlicher Innovation

Das Verfügbarmachen von Behördendaten soll die Innovation im eigenen Land fördern und zu gebrauchsfreundlichen Anwendungen und Apps führen. Nach Ansicht der EU-Kommission soll das zur Verfügung stellen von Behördendaten wirtschaftlich für Milliardenumsätze sorgen. Alleine Agoria, der Dachverband der belgischen Technologie-Industrie, rechnet einen Nettogewinn nach einem solchen Schritt im eigenen Land von bis zu 900 Mio. € vor.