Noch immer werden 23 Belgier in Nepal vermisst

Das belgische Außenministerium in Brüssel meldet, dass noch immer versucht werde, Kontakt zu 23 Landleuten im Erdbebengebiet in Nepal herzustellen. 140 Belgier konnten bisher ermittelt werden. Nach Angaben eines Sprechers sind sie alle wohlauf und unverletzt. Nur zwei von ihnen sind verletzt.Das flämische Rote Kreuz ist im Rahmen eines 'earthquakeprepareness'-Programms schon länger vor Ort.

Vize-Außenamtssprecher Michael Mareel sagte am Montag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass die seit Samstag offene Leitung zu der Telefonnummer 02/501.81.11 noch immer der direkteste Weg für Verwandte und Freunde von Belgiern im Erdbebengebiet in Nepal ist, um Informationen zu erfahren oder auch weiterzugeben. Bei den noch vermissten Belgiern handelt es sich vornehmlich um Touristen, Bergsteiger und um Personen, die in Nepal leben.

Allerdings ist die Kommunikation zwischen Brüssel und Nepal sehr schwierig, den die Infrastruktur in diesem bitterarmen Land ist weitgehend zerstört und erst Recht die Verbindung zur Bergregion im Himalaya.

Das belgische B-Fast-Team konnte unterdessen Nepal noch nicht erreichen. Am Flughafen von Kathmandu ist nur Platz für sechs Maschinen, doch rund 20 Maschinen mit Helfern und Hilfsgütern an Bord wollen dort landen. Aus diesem Grund musste die belgische Maschine nach New Delhi ausweichen, wo sie am Mittag ankam und wird wohl erst am Dienstag Nepal erreichen. Doch die Tatsache, dass die internationale Hilfe das Land nur langsam erreicht, erschwert natürlich die Bergung und Rettung von Opfern.

Das Rote Kreuz Flandern gab indessen an, bereits seit Jahren in Nepal aktiv zu sein, um die dortige Bevölkerung auf Erdbeben und die Folgen davon vorzubereiten. Dries Goeminne vom Roten Kreuz Flandern gab gegenüber der Tageszeitung Metro an, man habe schon länger gewusst dass der Region ein Erdbeben bevorstand: „Deshalb haben wir der dortigen Bevölkerung schon vor Jahren beigebracht, wie man sich vor, während und nach einem Erdbeben verhalten sollte.“

Das flämische Rote Kreuz bildete in den vergangenen Jahren rund 40.000 Nepalesen auf den jetzt eingetretenen Fall der Fälle vor, wozu auch Erste-Hilfe-Kurse gehörten. Zudem lagen an bestimmten neuralgischen Punkten Hilfspakete aus Flandern bereit, in denen medizinisches Material, Zelte und Decken, sowie Kochgeschirr enthalten war.

Goeminne geht davon aus, dass das Programm ‚earthquakeprepareness‘ gegriffen hat: „Auch wenn es viele Todesopfer gibt, glaube ich, dass durch das Programm und die Aufmerksamkeit der Betroffenen einige Menschenleben gerettet werden konnten und das einigen Opfern schneller geholfen werden kann.“