Europol: Produktfälschungen auch in Belgien!

In Belgien werden stets mehr Imitationen produziert. Auch im Rest Europas ist das der Fall. Das steht in einem Bericht von Europol, der europäischen Polizeibehörde.

Mehr als zwei Drittel der Imitationen kommen zwar noch immer aus asiatischen Ländern, aber in den letzten Jahren findet auch immer mehr Markenpiraterie in den Ländern der Europäischen Union statt. Damit können die Fälscher die Grenzkontrollen umgehen.

Und das spüre die Wirtschaftsinspektion zum Beispiel auch in Belgien, betont die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums, Chantal De Pauw.

"Konkret handelt es sich zum Beispiel um Handy-Einzelteile bis hin zu einem komplett gefälschten Handy, das also den Namen einer erfolgreichen Handymarke trägt. Ein zweites Phänomen ist, dass der komplette Produktionsprozess in Belgien erfolgt. Ein sehr konkretes Beispiel hierfür ist Waschmittel."

Die Fälschungen werden vor allem über kleine Läden sehr billig vertrieben.

Importe von Fälschungen aus Asien sind nicht mehr kostengünstigste Option

Obwohl die Mehrzahl der Markenfälschungen außerhalb der EU produziert wird, hebt der Bericht auch Beispiele von Piraterie in Belgien, der Tschechischen Republik, in Spanien, Italien, Portugal und Großbritannien hervor.

So hat der belgische Zoll festgestellt, dass sich eine belgische kriminelle Organisation, die in Weinfälschungen verwickelt war, in die Lieferkette eingeschleust hatte. Die Organisation hatte billigen Wein in teure Weinflaschen gefüllt. Das erfolgte in einem legitimen Abfüllbetrieb, aber auf dem Label der Flasche stand "Abgefüllt im Schloss", also ein Hinweis darauf, dass der Wein am Produktionsort abgefüllt wurde, was häufig ein Indikator für bessere Qualtät ist. Die Organsation hatte große Finanzressourcen, inklusive mehrere Schlösser in Frankreich.

Der Kern der Organisation bestand aus einigen Familienmitgliedern, die Chemiefachleute, Juristen und Finanzexperten beschäftigten.

Mehrere Stellen in Europa, an denen Markenpiraterie betrieben wird, zeigten, dass Importe aus Asien nicht länger die kostengünstigste Option für Fälschungen seien, heißt es in dem Bericht von Europol noch.

Selbst wenn die Fälscher erwischt und die Produktionsanlagen beschlagnahmt würden, fielen die Strafen niedrig aus. Die Profitmargen seien groß und die kriminellen Organisationen könnten sich innerhalb kürzester Zeit in einem benachbarten EU-Mitgliedstaat niederlassen, um dort eine Ersatz-Produktionsstätte zu errichten.