Aus Wochenbett wird 4 Tage-Bett

Einige Krankenhäuser risikieren bis zu 800.000 Euro weniger Mittel, wenn junge Mütter länger als die festgelegte Höchstdauer von künftig nur noch 4 Tagen auf der Entbindungsstation verbleiben. Bislang bekamen Krankenhäuser von den Krankenkassen das Geld für 4,5 Tage Aufenthalt von Müttern auf der Wochenstation.
AP2009

Welch ein Unterschied zu Krankenhäusern in Großbritannien. Rund 12 Stunden, nachdem Kate Middleton mit Wehen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, erschien sie zusammen mit Prinz William auf den Treppen des Krankenhauses, um ihr Baby der Welt zu präsentieren. Kurz darauf verließ sie die Wochenstation und fuhr nach Hause.

Frauen in Belgien verweilen derzeit durchschnittlich 4,5 bis 5 Tage nach einer Geburt im Krankenhaus. Die Regierung hält das für zu lange und will die Zahl auf höchstens vier Tage reduzieren. 

Krankenhäuser, in denen die Wöchnerinnen doch noch länger bleiben, werden bestraft. Sie riskieren bis zu 800.000 Euro weniger an Mitteln. 

Peter Degadt vom Dachverband der Krankenhäuser, Zorgnet Vlaanderen, weist daraufhin, dass in einigen Fällen ein längerer Aufenthalt kein überflüssiger Luxus sei. Und nicht jede Frau wird übrigens nach der Geburt ihres Kindes so gut umsorgt wie Kate Middleton.

"Durchschnittsmütter gibt es nicht. Ich denke, es ist wichtig, genau zu schauen, wie die Situation der Mutter zu Hause aussieht", betont deshalb Peter Degadt von Zorgnet Vlaanderen.

"Manche Mütter können leicht und schnell nach Hause und dann sollten sie das auch machen. Umgekehrt ist es so, dass einige Mütter aus einem sozialen Milieu kommen, bei dem es besser ist, wenn sie noch Hilfe auf der Entbindungsstation haben. Sie bekommen dort gesundes Essen und Zeit, sich etwas auszuruhen, so dass sie das Kind zu Hause weiter gut versorgen können", erklärt Degadt noch.