Streit um die Arbeit des Konsortiums 12-12

Der Spendenaufruf „SOS Nepal“ des belgischen Hilfskonsortiums 12-12 hat nach anfänglicher Zögerung nun doch rund 1,3 Mio. € eingespielt. Doch um den Einsatz von Konsortium 12-12 gibt es Streit, denn viele weitere belgische NGOs und Hilfeverbände wollen dem Verband beitreten, was ihnen jedoch offenbar verweigert wird.

Das Konsortium 12-12 wurde nach dem Tsunami in Asien im Jahr 2004 gegründet und besteht aus den Organisationen Handicap International, Unicef Belgien, Caritas International, Ärzte der Welt, Oxfam-Solidarität und Plan Belgien. Über Sport in Radio und Fernsehen wurde rund eine Woche lang um Spenden für die Aktion „SOS Nepal“ gebeten, was nach einigem Anlauf jetzt doch rund 1,3 Mio. € einspielte.

Doch über den Erfolg des Konsortiums 12-12 wird in Belgien nicht nur positiv geredet. Ganz im Gegenteil. Insgesamt 62 andere Hilfsorganisationen, darunter z.B. das Rote Kreuz oder die Ärzte ohne Grenzen werfen dem Konsortium vor, wir mit einem Monopol zu arbeiten. Einige der Hilfsverbände wollen seit Jahren dem Konsortium beitreten, um so internationale Hilfe von Belgien aus besser koordinieren zu können, z.B. über ein einziges gemeinsames Spendenkonto. Doch offenbar stoßen sie hier nicht auf Interesse, denn Anfragen werden abgelehnt.

Das hat zur Folge, dass die nicht zum Konsortium 12-12 gehörenden Organisationen Schwierigkeiten beim Zugang zu den Medien haben, denn diese sind traditionell Partner von 12-12 und haben wenig Interesse daran, Aktionen von weiteren Mitspielern zu begleiten. Die Beteiligten wissen auch, dass jetzt, angesichts des Dramas in Nepal, nicht der richtige Zeitpunkt ist, einen solchen Konflikt auszutragen, doch es besteht dringender Handlungsbedarf.