Die Kluft zwischen arm und reich nimmt zu in Belgien

Die soziale Kluft zwischen Personen mit guten Arbeitsstellen und solchen mit minderqualifizierten oder -bezahlten Jobs nimmt auch in Belgien weiter zu. Im Durchschnitt laufen 15 % der Belgier Gefahr, in die Armut abzusinken. Für kurzgeschulte Arbeitnehmer ist dieses Risiko doppelt so groß. Bundesarbeitsminister Kris Peeters (CD&V) will in dieser Hinsicht die Nachtarbeit im Bereich Internethandel erleichtern, um so Jobs für Kurzgeschulte schaffen zu können.
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In den vergangenen Jahren ist die soziale Kluft zwischen Arbeitnehmern mit gut bezahlten Jobs und Arbeitnehmern, die kaum qualifiziert sind und mit weniger einträgliche Stellenvorlieb nehmen müssen, immer größer geworden.

Rudi Van Dam vom Sozialministerium, Fachbereich soziale Sicherheit, sagte gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass einer der Gründe für diese Entwicklung darin liegt, dass immer weniger einfache Arbeitsstellen zur Verfügung stehen:

„Ich glaube, dass zum Beispiel Fließbandarbeit, mit der man früher auch mit wenig Ausbildung über ein gutes Einkommen verfügen konnte, immer weniger werden. Solche Jobs sind mittlerweile weniger und weniger zu finden. Damit bestätigen unsere sozialen Indikatoren einige Hypothesen über den Impakt von Prozessen - Technologie, Globalisierung usw., die bereits früher formuliert wurden.“

Nachtarbeit im Bereich E-Commerce

Bundesarbeitsminister Kris Peeters (CD&V) plant auch in dieser Hinsicht gemeinsam mit den Sozialpartnern, wie man die Bedingungen für Nachtarbeit im Bereich des Internethandels organisieren könnte. Da in Belgien bisher kein geeigneter Rahmen für diesen Bereich gesteckt wurde, weichen in Belgien aktive Unternehmen, die auch im Internetsektor aktiv sind, in die Grenzgebiete in unseren Nachbarländern aus. Dazu gehören a.B. Amazon (aktiv aus Richtung Nordfrankreich) oder Bol.com, Action und Coolblue (aktiv im Süden der Niederlande). Gerade hier gehen tausende Jobs für un- oder kurzgeschulte Arbeitsuchende verloren, so Peeters. Ein Prämiensystem könnte für Abhilfe sorgen:

„Natürlich muss es hier um qualitativ ausgeführte Arbeitsplätze gehen. Wir werden in der kommenden Woche sehen, wie wir das auf Ebene des Internethandels in Belgien organisieren können, um dem Arbeitsmarkt Chancen einzuräumen, hier Jobs zu schaffen. Über die Tatsache, dass man Bestellungen nachts bearbeitet, um diese am Folgetag ausliefern zu können, können Stellen entstehen, die derzeit hier verloren gehen. Sowohl in Deutschland, als auch in den Niederlanden haben viele Menschen im Bereich E-Commerce Arbeit gefunden.“