N-VA verliert an Terrain

Wären heute Wahlen würden die flämischen Regionalisten von der N-VA an Terrain verlieren. Gleichzeitig würden ihre Koalitionspartner, die flämischen Christdemokraten von der CD&V sowie die flämischen Liberalen von der Open VLD, Stimmen hinzu gewinnen. Das geht aus der jüngsten Umfrage, die unser Haus VRT und die Zeitung De Standaard in Auftrag gegeben haben, hervor. Bei der Opposition hätten nur die Grünen von Groen kräftig zugelegt. Die Stimmen der flämischen Sozialisten von der SP.A gehen ganz leicht zurück, und der flämische rechtsextreme Vlaams Belang würde weiter mit der Fünfprozentklausel kämpfen müssen.

Wären heute belgische Wahlen würden die flämischen Regionalisten von der N-VA an Wählerterrain verlieren. Im Vergleich zu den Wahlen vom letzten Jahr würde die N-VA 3,9 Prozent verlieren: Die N-VA bleibt mit 28,5 Prozent jedoch noch stets die größte flämische Partei. Sie scheint allerdings nicht mehr an die magische Grenze von 30 Prozent zu stoßen.

Die von der Mehrheit geführte Politik wird nicht vom Wähler bestraft, denn der Verlust der N-VA kann durch die Stimmenzunahme der Koalitionspartner kompensiert werden. So hat die flämische christdemokratische Partei CD&V um 2,7 Prozent zugelegt, die damit 20 Prozent überschreitet. Auch die flämischen Liberalen von der Open VLD könnten sich über einen Stimmengewinn freuen, wären heute Wahlen. Die Open VLD würde um 0,5 Prozent zulegen und läge mit 16,1 Prozent wieder etwas höher als bei den letzten Wahlen im Mai 2014.

Die heutige belgische Regierung, eine Koalition aus flämischen Regionalisten (N-VA), Christdemokraten (CD&V) und Liberalen (Open VLD) und auf französischsprachiger Seite aus den Liberalen (MR), die hierzulande wegen der zahlreichen Auseinandersetzungen immer wieder "Zankregierung" genannt wird, ist also vom Wähler in der Form offenbar weiterhin so gewollt. Ihre starken Politiker, zum Beispiel Kris Peeters (CD&V) und  Maggie De Block (Open VLD) kommen weiterhin gut an beim Wähler.

Vertrauen ist gut

Glauben wir den Umfragen, ist übrigens das Vertrauen der flämischen Wähler in die heutige belgische und in die flämische Regierung historisch hoch. Auch das Vertrauen in den belgischen Premier Charles Michel (MR) ist erstaunlich groß. So sagt 54 Prozent der Befragten, dass er oder sie Vertrauen in die Regierung Michel habe.

Auf den heutigen Premier Charles Michel vertrauen gar 69 Prozent der Befragten. Damit schneidet er besser ab als seine Vorgänger Elio Di Rupo (PS) und  Yves Leterme (CD&V) bei entsprechenden Umfragen.