Antwerpener Chemiefirmen lassen sich in die Karten schauen

Am heutigen Sonntag begehen die Chemiekonzerne in Antwerpen einen Tag der offenen Tür. Verschiedene Minister haben sich nach Antwerpen begeben, um die Wichtigkeit von Chemie und Wissenschaft in den Mittelpunkt zu rücken.

Auch der deutsche Chemieriese BASF, der am Antwerpener Hafen eine Niederlassung hat, hat seine Türen geöffnet und ein Talentzelt aufgebaut, um den jungen Leuten den Sektor schmackhaft zu machen.

Die Mitarbeiter von BASF sind mit der Produktion und dem Verkauf von mehr als 8.000 chemischen Grundstoffen und Vorprodukten beschäftigt. Diese finden sich in tausenden Anwendungen für den Verbraucher und die Industrie wieder.

BASF-Niederlassungen sitzen hierzulande nicht nur in Antwerpen, sondern u.a. auch in Gent, Waterloo und Brüssel.

Wie wichtig es ist, die jungen Leute auf die Chemieunternehmen, die es in Belgien gibt und die für zahlreiche Arbeitsplätze sorgen, aufmerksam zu machen, weiß auch der flämische Arbeitsminister Philip Muyters: "Wir planen, von der flämischen Regierung aus und in mehreren Versuchsprojekten, mit dem dualen Ausbildungssystem zu starten, bei dem jungen Leuten die Möglichkeit geboten wird, das Lernen mit dem Arbeiten zu kombinieren."

Auch die flämische Energieministerin Annemie Turtelboom ist von der Wichtigkeit eines solchen Tages der offnen Tür der Chemieindustrie überzeugt. Sie betonte am Sonntag im VRT-Radio: "In den nächsten 20 Jahren wird die Chemieindustrie 20.000 Leute einstellen. Das ist natürlich ein ganz besonders wichtiger Sektor für die flämische Wirtschaft."

LIeven Boeve, der Spitzenmanager des katholischen Unterrichtswesens, ist ebenfalls nicht zufällig an diesem Sonntag in Antwerpen. "Der Chemiesektor liest den Bericht über das duale Ausbildungssystem, über das Lernen am Arbeitsplatz, in einer Weise, in der wir als Unterricht auch mit eingebunden sind."

Man konzentriert sich also vor allem in Antwerpen besonders auf die Chemie, um junge Talente auszubilden und ihr Interesse für diesen Sektor zu wecken.

Duale Ausbildung

Bei der normalerweise für Deutschland typischen dualen Ausbildung, auch duales Berufsausbildungssystem genannt, erhalten die jungen Leute eine parallele Ausbildung im Betrieb und in einer Berufsschule bzw. im tertiären Bereich an der Berufsakademie.

Die Schüler gehen mehrere Male in der Woche in die Berufsschule, den Rest der Zeit verbringen sie im Betrieb. Der praktische Teil der Ausbildung wird den Auszubildenden also in den Betrieben vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule.

In Deutschland erhalten die jungen Leute für die Zeit ihrer dualen Ausbildung einen Berufsausbildungsvertrag, in Österreich, der Schweiz und Südtirol (Italien) einen Lehrvertrag mit einem Unternehmen.