Dendergebiet: Noch kein einziger Staudamm erneuert

Mehr als 4 Jahre nach den großen Überschwemmungen, bei denen 2.000 Wohnhäuser und andere Gebäude in Flandern mit Hochwasser zu kämpfen hatten, ist in dem schwer getroffenen Dendergebiet noch keine einzige der veralteten Stauanlagen und Schleusen erneuert worden. Auch von der Stärkung der Ufer ist wenig zu sehen. Auf einem eingesunkenen Deich in Geraardsbergen ließ die flämische Regierung vor eineinhalb Jahren Sandsäcke stapeln. Es sollte eigentlich eine vorübergehende Maßnahme sein.
BELGA/MAETERLINCK

Nur noch ein bisschen Sand und vermoderte Jutesäcke sind zwischen dem wuchernden Unkraut zu finden. Das ist, was von der Sandsackreihe auf dem Deich bei Geraardsbergen (Ostflandern) noch übrig geblieben ist. Vor Ort verschlechtert sich die Situation eigentlich konstant, anstatt besser zu werden.

"Inzwischen wurden Studien durchgeführt und wir kennen das Ergebnis, aber für uns geht hier nichts voran", erzählt ein Bewohner der Gegend gegenüber dem VRT-Fernsehen, und der Bürgermeister von Geraardsbergen, der flämische liberale Polititker Guido De Padt, betont: „Wir haben noch für eine Art Notdekret plädiert, damit es in den betroffenen Gebieten etwas schneller vorangeht, aber es scheint nicht so leicht zu sein.“

Und deshalb geht auch beim alten Schleusen- und Staukomplex von Geraardsbergen nichts voran - bis auf eine symbolische Grundsteinlegung Ende letzten Jahres. Der Bauunternehmer ist zwar bereit, anzufangen, aber die Genehmigungen sind noch nicht da.

Ganz anders sieht die Situation in Wallonien aus. Dort hat man inzwischen schon viele Grundsteine gelegt. Man ist mitten in den Arbeiten zum Bau einer neuen Stauanlage und nicht nur einer Stauanlage. In den letzten Jahren sind schon drei Staukomplexe erneuert worden.

Man führe derzeit Erdarbeiten zur Auswechslung des Stauanalge von Papignies durch, heißt es bei der wallonischen Region. Und dann grabe man auch noch einen Entwässerungskanal, der die Stauanlage mit der Dender verbinde.

In Wallonien geht es also voran, während in Flandern alles, trotz der wiederholten Versprechen der letzten Regierung, schläft.

So hatte die ehemalige flämische Ministerin für öffentliche Bauprojekte, Hilde Crevits (CD&V), noch im Januar 2014 versprochen: „Der Bauunternehmer ist schon seit zwei Jahren bestellt, das Budget ist geplant. Sobald wir die Baugenehmigung haben und das ist eine Frage von nur noch ein paar Monaten, können wir mit den Arbeiten beginnen.“

Knapp eineinhalb Jahre später ist noch immer keine einzige Genehmigung ausgestellt.

Die Baugenehmigung sei beantragt. Man habe noch eine Umweltgenehmigung nötig und eine Genehmigung, um den Fußweg umzulegen. Sobald wir all diese Genehmigungen haben, können wir mit den Arbeiten vor Ort anfangen, erklärt Claudia Van Vooren von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.

Die Kluft zwischen Flandern und Wallonien droht also noch größer zu werden, denn die Wallonen werden schon bald auch ihre letzte alte Stauanlage und Schleuse erneuern.

"2016 werden wir mit der Erneuerung des Staudamms von Deux-Acres beginnen. Das ist der letzte Staudamm, der noch modernisiert werden muss, so dass man den Wasserabfluss optimieren kann“, hebt die wallonische Region noch hervor.

Doch direkt hinter Deux-Acres liegt der Komplex von Geraardsbergen, der eigentlich vorher fertig sein sollte. Es wird also höchste Zeit - will man das noch schaffen, wird man sich in Flandern ganz schön beeilen müssen.