Flandern: Schon jetzt Kritik am neuen Naturdekret

Flanderns Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V - Foto rechts) bereitet derzeit ein neues Landesnaturdekret vor. Doch Natuurpunt, die wichtigste flämische Vereinigung für Naturschutz, befürchtet, dass danach einige kleine lokale Schutzgebiete verschwinden können. Sie erklärten der Ministerin am Rande eines solchen Gebietes unweit ihres Wohnorts ihre Sorgen.

Evergem bei Gent. Hier wohnt Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege. Die flämische Christdemokratin bereitet in diesen Tagen ein neues Naturdekret für das belgische Bundesland vor, doch dieses bereitet den Naturschützern große Sorgen. Deshalb zogen sie am Dienstagmorgen nach Evergem zu den dortigen „Kiekenbossen“, eine kleine Oase der Ruhe und der freien Entfaltung der Natur.

Lieven De Schampelaere (Foto oben, Mitte), der Vorsitzende des flämischen Naturschutzbundes Natuurpunt, sagte am Beispiel dieses Landstrichs: „Es scheint so, dass vier Millionen Flamen keine Natur in ihrer Nähe haben. Und das, obschon nahegelegene Natur ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität darstellt.“ Sind die Sorgen der Naturschützer in Flandern begründet? Offenbar sind nach den Plänen von Ministerin Schauvliege Naturgebiete, die kleiner als 10 Hektar sind, nicht länger schützenswert und in deren Erhalt soll demnach keine finanzielle Unterstützung mehr investiert werden.

Vor allem die unzähligen ehrenamtlich arbeitenden Naturschützer sind verunsichert. Doch die Landesumweltministerin gab an, dass auch die kleinen geschützten Bereiche eine Priorität bleiben. Zudem liege noch lange nicht fest, wie das neue Naturdekret letztendlich in der Praxis aussehen werde: „Wir verfolgen eine Anzahl Pisten. Einige wurden bereits geprüft, doch es ist noch keine einzige Entscheidung getroffen worden. Wir müssen noch weiter beraten und auch auf politischer Ebene müssen noch Beschlüsse fallen. Normalerweise wird erst im Herbst definitiv entschieden.“

Vorerst werden aber die in Natuurpunt zusammengeschlossenen Naturschutzvereinigungen in Flandern mit ihrer Aktion „Rette die Natur in deiner Umgebung“ weitermachen.

© W. Pattyn - www.belgaimage.be