Fusion? Delhaize und Ahold führen Gespräche

Die belgische Warenhauskette Delhaize bestätigte Gerüchte, nach denen die Gruppe Gespräche über eine Fusion mit dem niederländischen Branchenriesen Royal Ahold N.V. Ahold, das Mutterhaus der Discounterkette Albert Heijn, führe. Delhaize legt aber Wert auf die Feststellung, dass sich die entsprechenden Gespräche noch im Anfangsstadium befinden.

Am vergangenen Wochenende tauchten Gerüchte auf, nach denen die Warenhausgruppen Delhaize aus Belgien und Ahold aus den Niederlanden Fusionsgespräche führen würden.

Am frühen Dienstagmorgen bestätigte Delhaize Group diese Gespräche, legte jedoch Nachdruck auf die Feststellung, dass sich diese noch im Anfangsstadium befinden würden. Dennoch: die Börsen hatten bereits positiv auf die Gerüchte reagiert und so stieg der Aktienkurs für Delhaize-Papiere in Brüssel um 15 % und der von Ahold in Amsterdam um 5,58 %.

Analysten sind denn auch der Ansicht, eine Fusion zwischen Delhaize und Ahold sei für beide Retail-Gruppen eine gute Sache. Konkurrenten sind die beiden Gruppen in Belgien nicht. Nur in der Provinz Ostflandern werben Delhaize- und Albert Heijn-Supermärkte in kleinem Abstand voneinander um Kundschaft…

In Belgien ist man der Ansicht, dass Ahold Delhaize dabei helfen könne, Marktführer zu werden und Delhaize könnte von den Niederländern einiges in Sachen Onlinehandel lernen, so der Tenor in Fachkreisen.

Delhaize und Ahold in Zahlen

Gemeinsam könnten Delhaize und Ahold eine große Rolle spielen und z.B. Konkurrenten, wie in Belgien Carrefour oder Colruyt, nervös machen. Delhaize hat einen ungefähren Jahresumsatz von 21,4 Mia. € und Ahold liegt auf Jahresbasis bei 33 Mia. €. Mit einer Fusion würde die Gruppe in die weltweite Top 5 der Warenhausketten aufsteigen.

Delhaize unterhält belgienweit 3.402 Geschäfte, Franchise-Märkte und Supermärkte und Ahold mit u.a. dem Discounter Albert Heijn betreibt etwa 3.200 Filialen. Gemeinsam bieten die beiden Gruppen weltweit etwa 380.000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz.

"Das ist unglaublich!"

Die Gewerkschaften bei Delhaize hingegen sind von den Vorgängen nicht gerade begeistert. Die Gruppe setzt derzeit einen Reformplan um, der die Schließung von Filialen im ganzen Land und von Vertriebszentren mit sich bringt, womit auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden ist. Jan De Weghe von der sozialistischen Angestelltengewerkschaft BBTK sagte am Dienstag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass man enttäuscht sei:

„Die Direktion hat gerade erst eine schwere Umstrukturierung angekündigt, bei der 1.800 Leute das Unternehmen verlassen müssen und jetzt holt sie zum nächsten Schlag aus. Das ist unglaublich. Das können sie dem Personal nicht verkaufen. Jetzt muss wieder voller Angst auf die Resultate von Gesprächen gewartet werden.“ Die Gewerkschaften schließen Aktionen denn auch nicht aus.