Europa fordert umfassende Steuerreform von Belgien

Die EU-Kommission verlangt von der belgischen Bundesregierung eine tiefgreifende Steuerreform, die in erster Linie die Belastung der Arbeit verringern soll. Nach Ansicht der Kommission ist eine solche Tax Shift dringender denn je und mit kleinen kosmetischen Anpassungen sei es nicht getan. Die EU-Kommission schlägt z.B. eine höhere Immobiliensteuer in Belgien vor.

Belgiens Premierminister Charles Michel (MR - kl. Foto) und seine Mitte-Rechts-Regierung arbeiten schon länger an einer Verschiebung der steuerlichen Belastung der Arbeit hin zu höheren Umwelt- oder Vermögenssteuern. Doch die Deadline für dieses Vorhaben wurde schon mehrmals verschoben, zuletzt auf Ende des Sommers. Was die Regierung in Sachen Tax Shift wirklich vorhat, ist völlig unklar, denn sie lässt sich nicht in die Karten schauen.

Die EU-Kommission ist in dieser Hinsicht aber der Ansicht, dass die Zeit drängt und verlangt zudem eine umfassende Steuerreform, mit dem Ziel, die Arbeit weitgehend steuerlich zu entlasten. Mit kosmetischen Anpassungen will sich Europa nicht zufrieden geben, wie das flämische Wirtschaftsblatt De Tijd in Erfahrung gebracht haben will.

Die EU-Kommission verlangt von Belgien ganz klar eine Steuerreform auf mehreren Ebenen: Weniger Steuern auf Arbeit, höhere Steuern auf Vermögen, Immobilien und Umwelt(Sünden). Das Thema Immobiliensteuer ist allerdings inzwischen ebenfalls zu einem Reizthema in Belgien geworden, denn eine Reform auf dieser Ebene würde auch eine Reform der Katastersteuer mit sich bringen, was eine drastische Erhöhung dieser Abgaben nach sich zöge.

Die EU-Kommission rät

Eine dringende und zwingende Steuerreform ist aber nicht das einzige, was Europa von Belgien verlangt. Die EU-Kommission rät Belgien auch zu weiteren Reformen: So soll das allgemeine Steuersystem in Belgien ausgewogener gestaltet werden und die staatlichen Finanzen in unserem Land müssen gesünder werden.

Nicht zuletzt fordert die EU von Belgien auch einen leichteren Zugang für Jugendliche, ältere Arbeitsuchende über 50 Jahre und Einwanderer zum hiesigen Arbeitsmarkt. Europa appelliert zudem an die belgische Bundesregierung, die Lohnkosten nicht schneller steigen zu lassen, als die Produktion, denn alles andere würde die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes weiter in Frage stellen.