Godetia: Klarschiff für den Frontex-Einsatz

Das belgische Marineschiff Godetia steht im Hafen von Zeebrügge vor Anker, um in Richtung Mittelmeer in See stechen zu können. Der Einsatz der Godetia ist der belgische Beitrag zum europäischen Lösungsversuch der Flüchtlingskrise zwischen Südeuropa und Nordafrika.

Aus Verteidigungskreisen wurde der VRT-Nachrichtenredaktion gegenüber bestätigt, dass die Godetia für den Einsatz im Mittelmeer bereit steht. Das Kommandoschiff hat in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals an humanitären Einsätzen auf hoher See teilgenommen. An Bord des Schiffes befinden sich verschiedene medizinische Einrichtungen, z.B. ein Operationsraum und eine Zahnarztpraxis. Die Godetia hat eine 90köpfige Besatzung.

Dass Belgien im Falle des Falles die Godetia im Mittelmeer einsetzen würde, war bereits seit längerem geplant. Der Einsatz dieses Kommandoschiffes für die aktuelle Frontex-Mission zur Rettung von Flüchtlingen findet in einem breitangelegten europäischen Kontext statt. Normalerweise setzt die belgische Marine in solchen Fällen eine der beiden Fregatten Leopold oder Louise-Marie ein, doch beide Schiffe stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Der Einsatz der Godetia im Mittelmeer wird etwa zwei Monate dauern. Die gesamte EU-Operation zur Rettung von Flüchtlingen auf hoher See wird von der europäischen Agentur Frontex finanziert. Frontex sichert die EU-Außengrenzen ab. Formell muss die belgische Bundesregierung dem Einsatz der Godetia noch zustimmen, doch dies gilt bereits als ausgemacht.