Antwerpener Hafen mit Zukunfstplänen

Der Hafen Antwerpen hat kürzlich auf der Fachmesse transport logistic 2015 berichtet, wie er sich für die Zukunft rüsten will: Der Hafen besitzt ein Entwicklungsgebiet von mehr als 1.000 Hektar am linken Schelde-Ufer, das künftig schrittweise in Betrieb genommen wird. Bereits in der ersten Phase plant die Port Authority bis 2021 den Bau einer 1.400 Meter langen Kaianlage mit einer Umschlagkapazität von mindestens 5,1 Millionen TEU. Die Kosten dafür werden auf rund 660 Millionen Euro geschätzt.

Das neue Saeftinghe Dock kann den Angaben zufolge auf bis zu vier Kilometer ausgebaut werden. Zusätzlich zum Bau der ersten Phase des Saeftinghe Docks umfasst das Vorhaben auch die Entwicklung nicht-maritimer Zonen und von Trockendock-Terminalbereichen.

Reederei steigert Kapazitäten

Außerdem werden in den kommenden Monaten die Vorbereitungen für den Umzug der Aktivitäten der Reederei MSC vom Delwaide Dock am rechten Schelde-Ufer zum Deurganck Dock am linken Schelde-Ufer abgeschlossen sein.

Dieser Kai mit einer jährlichen Kapazität von elf Millionen TEU erlaube es der Reederei MSC, ihre Aktivitäten weiter auszubauen, teilte der Hafen mit. Laut aktueller Prognosen bis 2020/2021 benötigt der Hafen Antwerpen dennoch zusätzliche Möglichkeiten zum Containerumschlag. Deshalb bereitet die Antwerp Port Authority auch den Bau einer neuen, großen Gezeitendockanlage mit weiteren Terminalkapazitäten am linken Ufer der Schelde vor.

Das Delwaide Dock

Anfang 2016 wird das Delwaide Dock durch den Umzug der Reederei MSC an das andere Ufer der Schelde frei. Bereits Ende 2014 hat daher die Port Authority eine Ausschreibung gestartet, um herauszufinden, welches Interesse an einer Übernahme des Delwaide Docks besteht. Es sind zahlreiche Vorschläge eingegangen, die von der Port Authority bewertet wurden.

Der Vorstand der Antwerp Port Authority hat am 4. Mai 2015 bekannt gegeben, dass exklusive Verhandlungen mit der saudi-arabischen Firma Energy Recovery Systems (ERS) über die südlichen und nördlichen Seiten des 150 Hektar großen Grundstücks begonnen hätten. ERS schlägt vor, das Areal für eine neue Produktionseinheit für „grünes“ Ammoniak und Urea zu nutzen und will dafür insgesamt 3,7 Milliarden Euro investieren. Die Produktionsstätte soll 900 Arbeitsplätze schaffen. Die Port Authority befindet sich derzeit in weiteren Verhandlungen mit dem Unternehmen. Neuigkeiten hierzu werden der Hafenbehörde zufolge in den kommenden Monaten erwartet.

Die Churchill Industrial Zone

Die Churchill Industrial Zone befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Delwaide Dock. Bis vor ein paar Jahren wurde das 88 Hektar große Areal von General Motors (GM) zur Autoproduktion genutzt. Als sich GM dazu entschied, seine Aktivitäten in Antwerpen einzustellen, meldete die Port Authority ihr Interesse am Kauf des Grundstücks an.

Mitte 2014 ging das Areal in den Besitz der Port Authority über. Wegen der Lage des Gebiets im Zentrum des Hafens und wegen der multimodalen Verkehrsanbindung startete die Port Authority im Oktober 2014 die weltweite Suche nach einem industriellen Investor. Da bislang noch keine passenden Ergebnisse gefunden wurden, hat sich die Port Authority vor Kurzem dazu entschlossen, die Ausschreibung für eine ganzheitliche industrielle Nutzung der Fläche um weitere zwei Jahre zu verlängern. (Quelle: logistik-heute.de)