80 % der Prostituierten werden ausgebeutet

„Sexuelle Ausbeutung nimmt immer größere Ausmaße an. Menschenhändler und Zuhälter gehen immer subtiler vor“, so Polizei-Ermittler Wim Bontinck in den Zeitungen des Pressekonzerns ‚Mediahuis‘. In Belgiens Sexindustrie arbeiten laut Polizeistatistik ungefähr 26.000 Prostituierte, von denen 80 % ausgebeutet werden.
EZEQUIEL SCAGNETTI

Die meisten Sexarbeiterinnen findet man in den Städten Brüssel, Antwerpen, Lüttich und Mons. Aber auch in der Provinz werden immer mehr Prostituierte registriert. Die Mehrzahl stammt aus Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Spanien, Portugal und Nigeria.

Prostitution an sich ist in Belgien nicht strafbar. Zuhälterei, also die Ausbeutung einer Person, die der Prostitution nachgeht und die gewerbsmäßige Förderung der Prostitution, ist das wohl. Laut Polizeistatistik werden 8 von 10 Prostituierte – insgesamt 21.000 – von Zuhälternetzwerken und Menschenschleusern ausgebeutet.

„In der Branche ist viel Geld im Umlauf und davon wollen Dritte profitieren“, so Wim Bontinck von der SoKo Menschenhandel im VRT-Radio. „Es gibt aber auch mehr Privatprostitution, die sich oft im Verborgenen abspielt.“

Die Bekämpfung der Zuhälterei verläuft schwierig, aber es werden auch immer mehr Erfolge verbucht. „Wer versuchen die Banden dort zu treffen, wo es sie am meisten schmerzt: im Geldbeutel. Gerichtlich lassen wir auch in ihrem Heimatland alles was sie besitzen, beschlagnahmen.“