Plädoyer für eine PKW-Maut in Flandern

Flanderns Minister für Verkehr und Mobilität Ben Weyts (N-VA) ist der Ansicht, dass eine kilometergebundene Abgabe für PKW von Vorteil sein könnte. Zum einen würden die flämischen Verkehrsteilnehmer weniger belastet und zum anderen fließe dadurch Geld in die Landeskasse, mit dem die Verkehrs-Infrastruktur verbessert werden könne, so Weyts.

Ab dem 1. April 2016 führt das belgische Bundesland Flandern bereits eine Straßennutzungsgebühr für Lastwagen ein, die sich nach den gefahrenen Kilometern und nach dem Zeitpunkt der Fahrten richtet. Hauptverkehrszeiten werden z.B. höher belastet, als Tagesrandlagen. Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA - kl. Foto) kann sich sehr gut vorstellen, dies nach entsprechenden Studien auch auf die PKW auszuweiten.

„Wir müssen das einfach machen. In der Schweiz und in Frankreich finden wir das normal, dass man dort für die Nutzung der Straßen bezahlt. Warum sollten wir dieses Prinzip in Flandern nicht auch einführen? Wir sind das Transitland überhaupt!“, so der flämische Nationaldemokrat gegenüber dem Wirtschaftsblatt De Tijd.

Mit einer kilometergebundenen Abgabe für Personenwagen könne man die Verkehrsströme in Flandern steuern, so Weyts. Tarife könne man zeitlich und örtlich staffeln, z.B. das Fahren zu Zeiten außerhalb der Hauptverkehrszeiten billiger gestalten.

Prinzip müsse aber auch sein, so der Minister, dass der, der die Umwelt verpestet, dafür auch entsprechend zahlen müsse: „Der Besitz eines Wagens belastet weder die Verkehrswege, noch die Wirtschaft. Der Verbrauch hingegen sorgt für Umweltverschmutzung und Staus. Wer das Verkehrsnetz weniger belastet, muss dann ebenfalls weniger bezahlen.“ Mit diesem Prinzip will der flämische Verkehrsminister die Akzeptanz einer kilometergebundenen Verkehrsabgabe vergrößern.

Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte Weyts dazu: „Andere Verkehrssteuern schaffen wir dann ab und wir können die ausländischen Straßennutzer mitbezahlen lassen. Die ganze Welt fährt über unsere Straßen, aber nur die Flamen müssen dafür zahlen. Mit den Einnahmen können wir die Steuern für die Flamen senken und wir können in die Verkehrs-Infrastruktur mehr investieren. Zum Zweiten kann man den Verkehrs damit steuern. Viele Menschen stehen in den Stoßzeiten mit im Stau, ohne wirklich dort sein zu müssen. Man kann die Leute über niedrigere Tarife dazu ermutigen, in den Stoßzeiten außen vor zu bleiben.“