Flanderns Wasserläufe mit Bienengift verseucht

Das tödliche Bienengift Neonikotin, ein hochwirksames synthetisch hergestelltes Insektizid, lässt sich in so gut wie allen Wasserläufen im belgischen Bundesland Flandern nachweisen, wie die flämische Tageszeitung Het Belang Van Limburg am Mittwoch meldete. Die Flämische Umweltgesellschaft (VMM) hatte jetzt erstmals nach Neonikotin in Flanderns Gewässern geforscht.

Neonikotinhaltige Insektenvernichtungsmittel sind sehr umstritten, denn sie sorgen für ein massives Bienensterben, weswegen der synthetische Wirkstoff Neonikotin - wie der Name vermuten lässt, auf Basis von Nikotin entwickelt - nicht selten auch Bienengift genannt wird. Für die Bienen stellt dieser Wirkstoff eine tödliche Gefahr dar und er bedroht auch Vögel, Fische und Säugetiere in unseren Breitengraden. Wissenschaftler und Tierschützer fordern deshalb auch ein Totalverbot von Neonikotiniden in ganz Europa.

Bisher war nicht ganz klar, in welchem Maße Neonikotin auch in Flandern zur Anwendung kommt, doch die erste Messkampagne der Flämischen Umweltgesellschaft (VMM) lässt keine Zweifel zu. Solche Mittel wurden hier in hohen Konzentrationen gemessen. An den Messpunkten wurden Neonikotinwerte von zwischen 90 % und 26 % nachgewiesen. Für zwei der drei gemessenen nikotiniden Stoffe wurden die zulässigen Werte deutlich überschritten, auch jetzt im Frühjahr, wo das Produkt eigentlich verboten ist.

Neonikotinhaltige Produkte werden von Flanderns Landwirten als Pflanzenschutzmittel genutet und sind nur zu bestimmten Zeiten zugelassen und doch wurden massive Vorkommen jetzt auch in den flämischen Gewässern nachgewiesen. Die VMM ist der Ansicht, dass die Konzentrationen derart hoch sind, dass sie inzwischen negative Auswirkungen auf das gesamte regionale Ökosystem haben.