Belgiens FIFA-Vertreter in der Schweiz angehört

Michel D’Hooghe (Foto), der belgische Vertreter im skandalumwitterten Fußballweltverband FIFA, ist in der vergangenen Woche von der Schweizer Polizei zur Vergabe der WM an Russland und Katar als Zeuge angehört worden. D’Hooghe selbst stellt angesichts des Korruptionsverdachts mittlerweile sein FIFA-Mandat in Frage.

Die schweizerische Justiz hat den belgischen FIFA-Vertreter Michel D’Hooghe am vergangenen Donnerstag zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 an Russland und 2022 an Katar verhört. D’Hooghe ist Mitglied des Exekutivkomitees der FIFA und war in diesem Zusammenhang beim Kongress des Fußballweltverbandes Ende der vergangenen Woche in Zürich.

D’Hooghe gab dazu an, dass er den Justizbehörden seine Bereitschaft zur Mitarbeit deutlich gemacht habe und dass er nicht als Verdächtiger, sondern als Zeuge verhört worden sei.

Er habe den Ermittlern gegenüber bei dieser Anhörung allerdings keine Angaben machen können, die Verdachtsmomente darstellen, wie er im Nachhinein gegenüber mehreren belgischen Medien deutlich machte:

„Ich habe 2010 bei der Vergabe der Weltmeisterschaften nichts verdächtiges gesehen oder gehört, also kann ich auch heute nichts angeben. Und hätte ich damals etwas verdächtiges bemerkt, dann hätte ich die Behörden längst unterrichtet.“

„Wenn sich nichts ändert, gehe ich!“

Inzwischen stellt Michel D’Hooghe sein Mandat bei der FIFA angesichts der mutmaßlichen Skandale beim Fußballweltverband und der Wiederwahl des umstrittenen Vorsitzenden Sepp Blatter in Frage:

„Wenn sich nichts ändert und wenn die Atmosphäre durch Korruption weiter beschmutzt bleibt, habe ich dort keinen Platz mehr. Ich fühle mich als Person unwohl dabei und auch innerhalb meiner Familie und meines Umfelds, denn ich habe im Laufe meiner 27 Jahre währenden Arbeit bei der FIFA ein hohes Ansehen erworben. Ich finde es schlimm, hören zu müssen, dass sich tatsächlich Korruptionsverdacht bestätigt.“