Luxemburg für Belgien ein Steuerparadies

Belgien setzt das Nachbarland Luxemburg auf die Liste der Steuerparadiese. Das bedeutet, dass alle Finanztransaktionen über einen Wert von 100.000 € angegeben werden müssen. Unser Land richtet sich mit diesem Schritt nach der Vorgabe der OECD, bei der das Großherzogtum schon seit mehr als einem Jahr auf der schwarzen Liste steht.
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Die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa, OECD, sah sich zu diesem Schritt gezwungen, weil Luxemburg in Sachen Steuern zu wenig Informationen freigibt und in dieser Hinsicht schon auf EU-Ebene nicht ausreichend Transparent ist, wie Michel Maus, Professor für Steuerrecht an der Freien Universität Brüssel (VUB), dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte:

„Wir können nur feststellen, dass die OECD Luxemburg eigentlich schon seit 2013 als ein Land betrachtet, dass auf internationaler Ebene in der Frage des Austauschs von Bankangaben unzureichend mitarbeitet. Dann bleibt auch dem belgischen Finanzminister keine andere Wahl mehr, als die eigene Gesetzgebung zu respektieren und demnach davon auszugehen, dass Luxemburg nach hiesigen Normen als ein Steuerparadies angesehen werden muss.“

Seit der so genannten „LuxLeaks-Affaire“ ist die Steuerpolitik Luxemburgs allerdings tatsächlich transparenter geworden. Das wissen auch Prof. Maus und die OECD und das Großherzogtum wird zur eigenen Verteidigung wohl angeben, dass diese schwarz Liste der OEDC von vor der LuxLeaks-Zeit herrührt.

Doch die belgische Vorgehensweise ist nach Ansicht von Beobachtern derzeit der einzig richtige Schritt im Kampf gegen Steuerbetrug. Dadurch erhalte der belgische Fiskus nämlich eine bessere Sicht auf den Finanzverkehr in Richtung des Großherzogtums, heißt es dazu.

Jasper Jacobs

Ein Vorgang mit großer Wirkung

Für Unternehmen in Belgien stellt die Tatsache, dass unsere Behörden Luxemburg als Steuerparadies ansieht, ein großes Problem dar. Vor allem für den Finanzsektor in unserem Land hat dieser Schritt enorme Folgen, zumal das Großherzogtum ein wichtiger Finanzstandort innerhalb Europas darstellt.

Praktisch bringt dieser Vorgang einen riesigen Papierkram mit sich. So gut wie jede Transaktion (über 100.000 €) muss angegeben werden und wird in Sachen Körperschafts- oder Gesellschaftssteuer geprüft.

Falls sich die Unternehmen nicht daran halten, so schreibt die flämische Tageszeitung De Morgen dazu, können die in Luxemburg getätigten Vorgänge in Belgien nicht länger steuerlich geltend gemacht werden. Das hat zur Folge, dass sie auf den fraglichen Betrag nicht mehr 0 % Steuern abführen müssen, sondern 34 % ...