Bald Fortbildungskurse für Imame in Flandern

Im kommenden Jahr beginnt im belgischen Bundesland Flandern ein Pilotprojekt, bei dem den im Land aktiven Imamen Kurse in Gesellschaftskunde und in der Landessprache Niederländisch geboten werden. Laut Flanderns Landesministerin für Einbürgerung, Lisbeth Homans (N-VA) ist dieses Projekt ein Teil des Aktionsplanes gegen Radikalisierung.

„Ein Iman, der ein Gefühl für das Umfeld von Jugendlichen hat, kann dabei mithelfen zu vermeiden, dass diese Zuflucht bei Hasspredigern und radikalen Gruppen suchen“, so die Ministerin. Schon jetzt sind die Imame von anerkannten Moscheen in Flandern (Foto oben: Moschee von Beringen/Limburg) dazu verpflichtet, einen Einbürgerungskurs zu belegen, wenn diese aus dem Ausland kommen. Doch die Zahl dieser islamischen Geistlichen ist bisher noch sehr klein.

Laut Homans ist die Kenntnis der niederländischen Landessprache und des gesellschaftlichen Kontextes für die Imame von entscheidender Bedeutung: „Darum wollen wir ein neues flexibles Angebot entwickeln, das konkret mit den Nöten der Imame und deren Rolle in der Gesellschaft eingeht. In den Niederländisch-Kursen können wir auf spezifische Probleme eingehen und in den Kursen zur Gesellschaftskunde wird bestimmten juristischen Problemen beispielsweise mehr Aufmerksamkeit gewidmet.“

Bei diesem Programm arbeitet die flämische Landesagentur für Integration und Einbürgerung eng mit der belgischen Moslemexekutive zusammen. Nach Ansicht der Ministerin haben diese beiden Einrichtungen eine gute Sicht auf die konkreten Bedürfnisse und Nöte in diesem Zusammenhang und sind damit ideale Partner: „Wir wollen so viele Imame wie möglich erreichen, auch solche von nicht anerkannten Moscheen.“